Vereinbarung nach dem Waffenstillstand
Jugoslawien setzt Truppen im Grenzgebiet ein

Gemäß der Vereinbarung nach dem Waffenstillstand mit den albanischen Rebellen, dürfen jugoslawische Grenztruppen ihre Stellung in der Pufferzone beziehen.

Die jugoslawischen Truppen marschierten am frühen Morgen unter Leitung von Armeechef Nebojsa Pavkovic in die Pufferzone ein. Der Vereinbarung mit der Nato zufolge dürfen sie weder gepanzerte Fahrzeuge, Raketenwerfer, Minen und Panzerabwehr- Waffen benutzen. Gestattet sind Granatwerfer und in Absprache mit der von der Nato geführten Kosovo-Friedenstruppe Kfor der Einsatz von Geschützen. Die Sicherheitszone war nach dem Kosovo-Krieg 1999 als Puffer zwischen den serbischen Kräften und den Nato-Truppen eingerichtet worden. Als serbische Sicherheitskräfte waren in der Zone bisher lediglich Polizisten erlaubt.

Keine Gegenwehr der Albaner

Die Truppen seien bis zur ersten Einsatzlinie in knapp zwei Kilometern Entfernung von der mazedonischen Grenze ohne jede Gegenwehr vorgerückt, sagte der britische Kfor-Offizier Trevor Park. Den am Montag vereinbarten Waffenstillstand hatten die albanischen Rebellen auf eine Woche befristet. Sie fordern Verhandlungen. Nach eigener Darstellung kämpfen sie für einen Schutz der albanischen Bevölkerung des Presovo-Tals vor der Unterdrückung durch Serben. Die jugoslawische Regierung wirft ihnen vor, einen Anschluss des Tals an den Kosovo und eine Unabhängigkeit der Albaner erreichen zu wollen.

Die Provinz Kosovo wird seit dem Krieg von den Vereinten Nationen (Uno) verwaltet, gehört aber offiziell ebenso wie die Sicherheitszone zum jugoslawischen Bundesland Serbien. Während des Krieges hatte die Nato jugoslawische Sicherheitskräfte mit Luftangriffen zum Rückzug aus dem Kosovo gezwungen.

Bisher wurden 30 Menschen getötet

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 Menschen Opfer des serbisch-albanischen Konfliktes im Presovo-Tal. In jüngster Zeit lieferten sich die Extremisten auch Gefechte mit mazedonischen Truppen und besetzten zeitweise einen mazedonischen Ort in der Nähe der Grenze, die sich in dieser Gegend durch abgelegene Berge zieht. Mazedonien hat seinerseits Truppen nahe dem Presovo-Tal verstärkt.

Unterdessen kam es in der Stadt Mitrovica im Kosovo nach offiziellen Angaben zu neuen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften der Uno-Verwaltung und Serben. Rund 150 Serben hätten am Morgen eine Polizeistation im Norden der Stadt gestürmt, nachdem die Polizei zwei Serben wegen Tätlichkeiten gegen Polizisten abgeführt hatte. Ein Uno-Polizist und ein Kfor-Soldat seien dabei leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Uno-Polizei.

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