Vereine interessiert
WM-Star Klos bekommt erste Angebote

Im Pokerspiel um Miroslav Klose hat das Objekt der Begierde einen kurzen Blick in die Karten gewährt.

dpa MIYAZAKI/JAPAN. Der Nationalmannschafts-Stürmer hat nach seinen vier Treffern bei der Weltmeisterschaft erstmals persönlich Anfragen und Angebote anderer Vereine bestätigt. "Man freut sich natürlich darüber, dass die Vereine kommen und Angebote abgeben in Kaiserslautern", sagte der 23-Jährige am Samstag im deutschen Team-Quartier in Miyazaki.

Der neue deutsche Torgarant verwies aber ausdrücklich auf seinen laufenden Vertrag beim 1. FCK bis Mitte 2005 und darauf, dass er sich in der Pfalz "pudelwohl" fühle. "Ich versuche in Kaiserslautern zu bleiben, besser gesagt, ich werde in Kaiserslautern bleiben", meinte Klose. Jedoch könne "im Fußball alles passieren, es ist ein hartes Geschäft".

Dieses führt in Kloses Namen Michael Becker. Er ist auch Berater von Michael Ballack und könnte für Klose einen ähnlichen "Masterplan" in petto haben: Zuerst Lautern, dann Bayer Leverkusen, dessen Manager öffentlich um "Salto-Klose" buhlt, und schließlich über den FC Bayern München womöglich als Endstation der Karriere ins Ausland? Ein gewichtiges Argument für den gebürtigen Oberschlesier ist die persönliche Komponente. Schließlich, so Klose, habe er in der Pfalz die richtigen Trainer und Leute, die ihn "nach der WM wieder runterbringen und runterschrauben".

Trotz vier Treffern in den ersten beiden Spielen der Fußball- Weltmeisterschaft sieht sich Klose weiter nur als Lehrling in der Nationalmannschaft, eine Führungsrolle bei der WM käme für ihn zu früh. "Vor drei Jahren Jahren hat noch keiner meinen Namen gekannt, was soll ich jetzt im Nationalteam den Chef spielen? Das überlasse ich lieber anderen Leuten", sagte Klose, der an diesem Sonntag seinen 24. Geburtstag feiert. "Ich will jeden Tag weiter an mir arbeiten" - so ein Satz könnte auch von einem Kloster-Novizen stammen. Da passt es ins Bild, dass der Stürmer sich oft selbst die Bälle holt, statt auf Flanken und Pässe zu warten. "Ich bin so ein Typ. Das ist keine Schande, in der Abwehr und Mittelfeld mal auszuhelfen."

Doch der Lauterer weiß seinen gewachsenen Stellenwert durchaus einzuschätzen. Auf die Frage, was sich "Salto-Klose" nach dem mehrfachen Flick-Flack des Nigerianers Julius Aghahowa bei seinem nächsten Treffer einfallen lassen wolle, antwortete er selbstbewusst: "Das ist mir egal, ob jemand acht Flick-Flacks macht. Er hat bis jetzt ein Tor geschossen und ich vier. Das ist noch etwas anderes."

Der Torgarant (12 Treffer in 14 Länderspielen) ist für die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler unverzichtbar geworden. Das zeigt auch der Aufwand, mit dem die ärztliche Abteilung versucht, seine Knieprellung bis zum entscheidenden Gruppenspiel gegen Kamerun am Dienstag in Shizuoka in den Griff zu bekommen. Der schmerzhafte Bluterguss wurde in den vergangenen beiden Tagen zwischen sechs und sieben Stunden täglich behandelt. Zunächst mit Lauftraining will Klose "das Knie ein bisschen strapazieren".

Rudi Völlers Geburtstagswunsch "Gesundheit, das ist lebensnotwendig" ist da mehr als nur eine nett gemeinte Floskel. Der Teamchef hat Miroslav Klose nicht nur wegen seiner Tore richtig in sein Herz geschlossen. Ausdruck seiner Wertschätzung: "Das was ihn auszeichnet, deswegen haben wir ihn alle so lieb und so gerne: Dass er ein anständiger Kerl bleibt."

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