Vereine wollen Sicherheit für nächste Kirch-Rate
Bundesliga erwägt am Samstag TV-Boykott

Als Folge einer Boykott-Drohung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gegenüber dem Pay-TV-Sender Premiere könnten am möglicherweise entscheidenden zweitletzten Spieltag der Bundesliga am Samstag die Bildschirme schwarz bleiben.

dpa FRANKFURT. "Das ist ein Denkmodell", sagte DFL-Geschäftsführer Michael Pfad am Donnerstag der dpa. Da Premiere für die Produktion des Sendesignals zuständig ist, hätten auch SAT.1 und die Nachverwerter ARD und ZDF keine Bilder. Die gesamte technische Abwicklung läuft im Auftrag von Premiere über die zur KirchGruppe gehörende Plazamedia.

Hintergrund der Boykott-Drohung ist die am 15. Mai fällige Ratenzahlung aus dem Fernsehvertrag mit der insolventen KirchMedia. Nach Angaben des Fach-Magazins "Kicker" verlangen die Bundesligisten bis Samstag eine Sicherheit für die 100 Mill. Euro. Am Donnerstag wurde bei der DFL in Frankfurt über das weitere Vorgehen verhandelt.

Rolf Rüssmann, Manager des VfB Stuttgart, sagte zu der Boykott- Drohung: "Dann bleiben die Bildschirme halt schwarz." Rüssmann betonte: "Die Deutsche Fußball-Liga braucht verlässliche Aussagen, sonst können wir überhaupt nicht planen. Man muss die Saison absichern. Dazu gehört die Erfüllung der vertraglichen Absprachen." Er gehe jedoch davon aus, dass die am 15. Mai fällige Rate in Höhe von 100 Mill. Euro pünktlich gezahlt werde.

HSV-Manager Holger Hieronymus sagte dem drohenden schwarzen Bildschirm: "Viele Möglichkeiten haben wir ja nicht. Die Vereine sollten sich im Moment zurückhalten und das Lenkrad komplett in die Hände der DFL legen."

Verärgert zeigte sich VfB-Manager Rüssmann über die Anfang der Woche geäußerten Sparpläne des Fernsehsenders SAT.1, der nicht mehr so viel Geld für die Bundesliga-Rechte bezahlen will. "Ich habe mich über Äußerungen aus dem Hause SAT.1 etwas geärgert. Die wollen weniger zahlen. Aber ohne Fußball würde denen außer Harald Schmidt nicht mehr viel bleiben." Eine SAT.1-Sprecherin hatte zu den bevorstehenden Verhandlungen mit dem insolventen Rechteinhaber Kirch Media gesagt: "Wir haben großes Interesse, dass wir auch nächstes Jahr Fußball zeigen, es muss aber wirtschaftlich sinnvoll sein."

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