Vereinsführung überrascht
Hansa-Trainer Veh schmeißt hin

Die Fußball-Bundesliga ist immer wieder für eine Überraschung gut: Obwohl es in Rostock auch nach vier Niederlagen in Folge ruhig blieb, trat Hansa-Trainer Armin Veh am Montag von sich aus zurück. Er wolle Situationen vermeiden, in denen der Verein und seine Person Schaden nehmen könnten, sagte der 42-Jährige.

HB ROSTOCK. Erst die Punkte weg und nun auch noch der Trainer: Der abstiegsgefährdete Fußball-Bundesligist muss sich also neuen Trainer suchen. "Die Entscheidung hat uns sehr überrascht, aber wir akzeptieren sie. Der Arbeitsvertrag ist mit sofortiger Wirkung aufgelöst", sagte Hansas Vorstandschef Manfred Wimmer am Montag in Rostock. An Vehs Arbeitsweise habe es nichts auszusetzen gegeben. Hansa hätte sehr, sehr gern mit ihm weiter gearbeitet. "Wir haben aber vergeblich versucht, ihn umzustimmen", bedauerte Wimmer.

Veh reagierte mit seinem Entschluss auf die anhaltende sportliche Talfahrt der Mecklenburger. Hansa liegt nach dem schlechtesten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte mit nur fünf Punkten aus acht Partien auf dem 14. Tabellenrang. Die Mannschaft hat die letzten vier Spiele verloren, zuletzt am Sonntag mit 0:3 bei Bayer Leverkusen. "Wir haben hier zwei Jahre gegen den Abstieg gekämpft und bestanden. Die Mannschaft spielt jetzt einen sehr guten Fußball. Es fehlen aber die Punkte, und das ist das größte Problem", erläuterte der gebürtige Augsburger. Veh hatte sein Amt in Rostock am 3. Januar 2002 angetreten und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005.

Der frühere Bundesliga-Profi wollte nach eigenem Bekunden Situationen vermeiden, in denen der Verein und seine Person Schaden nehmen könnten. "Ich kenne die Schritte, die folgen könnten. Ich habe eine saubere Trennung gewollt und mich deshalb so entschieden", so Veh. Er werde die Zeit in Rostock in angenehmer Erinnerung behalten. "Ich habe hier Freundschaften aufgebaut, die bleiben werden."

Veh schloss aus, in Kürze auf einem anderen Trainerstuhl in der Bundesliga Platz zu nehmen. "Es wäre moralisch verwerflich, wenn ich jetzt mit einem größeren Verein in Verbindung stehen würde. Dem ist nicht so", sagte er unmissverständlich. Aber bei einem kleineren Club könnte er unter Umständen schon bald wieder einsteigen. "Das könnte schon sein", bestätigte Veh. Sein Heimatverein, der Regionalligist FC Augsburg, ist nach der Entlassung von Ernst Middendorp derzeit auf der Trainersuche. Vehs Familie hatte ihren Wohnsitz während dessen Amtszeit in Rostock nicht an die Küste verlegt.

Bei Hansa beginnt nun die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, der den Neuaufbau der Mannschaft in Vehs spielerisch orientiertem Stil fortsetzt. "Einen Zeitrahmen gibt es noch nicht. Wir werden aber nichts überstürzen", kündigte Wimmer an. Als Interimscoach übernimmt wie schon zwei Mal in der Vergangenheit Juri Schlünz die Mannschaft. Dem einstigen Hansa-Kapitän war vor Jahren bereits der Cheftrainer-Posten angetragen worden. Schlünz hatte aber mehrmals abgelehnt.

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