Vereinskollege Ralf Bartelsin der Endrunde
Bitterer Abschied: Frühes Aus für Kumbernuss

Als das Ergebnis unwiderruflich feststand, flossen bei Astrid Kumbernuss an historischer Stätte im alten Hain von Olympia die Tränen: Die hochdekorierten deutsche Kugelstoßerin hatte die Qualifikation für den Endkampf nicht geschafft und muss Olympia mit einer Enttäschung für immer Adieu sagen.

HB OLYMPIA. Als die Kugel auch im dritten Versuch nur bei 17,86 m aufschlug und der Sand vor der blauen Linie wegspritzte, konnte die Neubrandenburgerin ihre Emotionen nicht mehr zügeln: "Das ist eine ganz bittere Stunde für mich. Ich wäre gern am Nachmittag noch dabei gewesen." Das schaffte dafür ihr Vereinskollege Ralf Bartels, der gleich mit dem ersten Stoß auf 20,65 m alles klar machte und sich über einen persönlichen "Rekord" bei internationalen Wettkämpfen freute: "Ich hatte weiche Beine, aber jetzt bin ich hoch zufrieden. Und ich habe auch noch Energie fürs Finale."

Doch Astrid Kumbernuss, die Olympiasiegerin von 1996 und dreifache Weltmeisterin, wird bei der ersten und einzigen Kugelstoß- Medaillenentscheidung an historischer Stätte im antiken Olympia nur Zuschauerin sein. Auch die 17,89 m aus dem ersten Versuch reichten am Mittwochvormittag für die 34-Jährige nicht zum Finale der besten Zwölf. Bittere Tränen der Enttäuschung flossen - wie schon beim gleichen Szenario im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Paris. Frustriert verließen auch ihre männlichen Kollegen Peter Sack (Leipzig/19,09) und Detlef Bock (Wolfsburg/18,89) den Ring - beide blieben deutlich hinter ihren Bestleistungen zurück und schieden aus.

Vor knapp 10 000 Zuschauern schaffte Nadine Kleinert als einzige deutsche Kugelstoßerin den Sprung ins Finale. Die 28 Jahre alte Magdeburgerin qualifizierte sich mit 18,65 m für den Endkampf. Ebenso wie Kumbernuss verabschiedete sich Nadine Beckel mit dürftigen 17,11 m. Eine riesige Enttäuschung, denn die Schwerinerin blieb damit gleich 1,11 m unter ihrer Saisonbestleistung.

Für Kumbernuss war nur die Atmosphäre "faszinierend und bezaubernd. Das ist der Hammer, was hier abgeht!". Die Kugel flog nicht weit genug, eine Sehnenverletzung behinderte die deutsche Meisterin. Und so kommt Astrid Kumbernuss vielleicht nie wieder an jenen Schauplatz, wo im Jahr 776 v.Chr. die Spiele der ersten Olympiade stattgefunden haben sollen. Damals stand das Kugelstoßen nicht auf dem Programm - und Frauen durften sowieso nicht mitmachen.

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