Vereinzelte Zwischenfälle am Rande der Tagung: Weltwirtschaftsforum uneinig über US-Konjunktur

Vereinzelte Zwischenfälle am Rande der Tagung
Weltwirtschaftsforum uneinig über US-Konjunktur

Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in New York haben die Chancen für einen baldigen US-Konjunkturaufschwung sehr unterschiedlich beurteilt. Die Rezession werde sich im Frühjahr noch verstärken, sagte Wirtschaftsexperte Stephen Roach von der US-Bank Morgan Stanley am Donnerstag (Ortszeit). Der Präsident der US-Geschäftsbank Merrill Lynch, Jacob Frenkel, sprach hingegen von "sehr starken Anzeichen" für einen Konjunkturaufschwung.

afp/ap NEW YORK. Die Tagung will sich bis 4. Februar unter anderem mit den Ursachen des Terrorismus befassen. Sie war nach den Anschlägen des 11. September als Zeichen der Solidarität erstmals nach New York verlegt worden. Sie findet sonst im Schweizer Skiort Davos statt. Am Freitag will auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an dem Forum teilnehmen.

Am Rande des Weltwirtschaftsforums ist es nur vereinzelt zu Zwischenfällen gekommen. Fünf Frauen wurden in Manhattan wegen Hausfriedensbruchs und gefährlichen Verhaltens angezeigt. Sie waren auf ein Dach geklettert und hatten dort ein Spruchband enthüllt. Die Polizei berichtete ferner von mehreren Fällen von Vandalismus in Filialen größerer Unternehmen. Ein Mann wurde festgenommen, weil er die Eingangstür eines Geschäfts der Kaffeekette Starbucks verschmiert haben soll.

Der Tagungsort des diesjährigen Weltwirtschaftsforums, das Waldorf Astoria Hotel in New York, wird von einem massiven Aufgebot an Polizisten gesichert. In dem Hotel wollen mehr als 3 000 Politiker, Manager und Wissenschaftler fünf Tage lang über die Konjunkturkrise und globale Sicherheitsfragen beraten. Die Behörden haben Proteste von Globalisierungsgegnern nur in besonders ausgewiesenen Gebieten gestattet.

Das jährliche Treffen fand bisher stets im Schweizer Kurort Davos statt und soll Entscheidungsträgern in aller Welt bei der Einschätzung von Zukunftstrends wie aktuellen Problemen in Wirtschaft und internationalen Beziehungen helfen. Die Verlegung des Weltwirtschaftsforums von Davos nach New York gilt offiziell als Zeichen der Solidarität nach den Terroranschlägen vom 11. September. Daneben gaben aber auch Sicherheitsgründe den Ausschlag für die Entscheidung. Wegen militanter Demonstrationen von Globalisierungsgegnern wurde Davos im vergangenen Jahr weiträumig abgesperrt. Im nächsten Jahr soll das Treffen aber wieder im Engadin stattfinden.

Die New Yorker Polizei bereitete sich mit 4 000 Beamten auf die angekündigten Demonstrationen von Gegnern des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der Globalisierung im Handel vor. Diese wollen in Manhattan mit mehreren zehntausend Menschen lautstark, aber friedlich gegen das Treffen protestieren. Geplant sind neben Demonstrationen auch Blockadeaktionen.

Am Freitag wollte Bundeskanzler Gerhard Schröder vor dem Weltwirtschaftsforum eine Ansprache über die Frage halten, wie die Wiedergewinnung globalen Wachstums mit einer Verringerung des Wohlstandsgefälles zu verbinden sei. Am Rande des Kongresses waren Gespräche Schröders mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres und dem Schweizer Bundespräsidenten Kaspar Villiger geplant.

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