Verfahren kann bis zu zwei Jahren dauern
Insolvenzverfahren über Sunburst AG eröffnet

Über das Vermögen des am Neuen Markt notierten Lizenzrechtehändlers Sunburst Merchandising AG ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das gab das Amtsgericht Osnabrück am Montag bekannt. Sunburst hatte bereits am Freitag den Segmentwechsel vom Neuen in den geregelten Markt für diesen Freitag beantragt. Der Schuldenstand des einstigen Börsen-Senkrechtstarters wird auf 40 Mill. Euro beziffert.

dpa-afx OSNABRÜCK. Allein im vergangenen Jahr wurden Verluste in Höhe von rund zehn Mill. Euro eingefahren. Die Sunburst AG beschäftigte zuletzt 25 Mitarbeiter. Ein Gutachten des Insolvenzverwalters habe ergeben, dass in dem Unternehmen genügend Vermögenswerte vorhanden sind, um die Kosten für das vermutlich bis zu zwei Jahre dauernde Insolvenzverfahren zu bestreiten. In welchem Umfang darüber hinaus auch Forderungen von Gläubigern bedient werden könnten, wollte ein Mitarbeiter des Osnabrücker Konkursgerichtes nicht sagen. Zum Vermögen des Unternehmens zählten jedoch nach einem ersten Überblick weder Gebäude noch Produktionsanlagen.

Um die Finanzsituation der Sunburst AG hatte es in den vergangenen Monaten erheblichen Wirbel gegeben. Gegen den Firmengründer und früheren Vorstandschef Hero Alting wurden Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Bundesaufsichtsamt für das Wertpapierwesen eingeleitet. Gegen ihn werde wegen Betrugs und Insidergeschäften ermittelt. Alting soll zusammen mit anderen leitenden Angestellten unmittelbar vor einer Gewinnwarnung noch große Aktienpakete auf den Markt geworfen haben. Außerdem soll er Bilanzen und öffentliche Angaben über die Finanzsituation des Unternehmen gefälscht haben.

Sunburst handelte mit den Lizenzrechten unter anderem für Comicfiguren wie Disney, Simpsons oder South Park, hielt aber auch die Vermarktungsrechte für Devotionalien von Großereignissen, etwa der Fußball-Europameisterschaft 2000, der Berliner Love-Parade oder Münchner Oktoberfestes. Der Kurs der Aktie war im allgemeinen Börsenfieber Anfang vergangenen Jahres auf mehr als 80 Euro gestiegen. Später sackte er auf 1,30 Euro ab. Am Montag wurde er nur noch mit rund 30 Cents notiert.

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