Verfahren nach zehn Runden ausgesetzt
Vorzeitiges Ende für italienische UMTS-Auktion

Nach dem Rückzug des Konsortiums Blu um British Telecom erklärte das Kommunikationsministerium den Bieterwettstreit für "ausgesetzt". Ob den verbleibenden fünf Bietern jeweils eine Lizenz zugesprochen oder eine neue Auktion angesetzt wird, war bis zum Abend noch nicht entschieden.

afp Rom/London. Nach nur zwei Tagen ist die milliardenschwere Versteigerung der UMTS-Lizenzen für multimediafähigen Mobilfunk in Italien am Montag vorzeitig beendet worden. Nach dem Rückzug des Konsortiums Blu um British Telecom erklärte das Kommunikationsministerium in Rom den Bieterwettstreit nach zehn Runden für "ausgesetzt". Eine Regierungskommission sollte daraufhin entscheiden, ob sie den verbleibenden fünf Bietern jeweils eine Lizenz zu den bislang abgegebenen Geboten zuspricht oder eine neue Auktion ansetzt. Bis zum Abend war noch keine Entscheidung gefallen.

Erkennt die Regierung das Ergebnis der Auktion an, würden Omnitel, IPSE 2000, Wind, Andala und TIM für ihre Lizenzen zum Mobilfunk der dritten Generation zusammen 23,55 Billionen Lire (23,8 Mrd. DM) zahlen und damit nur gut halb so viel, wie vorab allgemein erwartet worden war. Aktien zahlreicher Telefonkonzerne in Europa legten deshalb am Montag zu.

"Die Auktion ist beendet", sagte ein Vertreter des Blu-Konsortiums um British Telecom beim Verlassen des Ministeriums in Rom. Das Kommunikationsministerium erklärte lediglich, es sei eine "möglicherweise schwierige Lage" entstanden, die sorgfältig analysiert werden müsse. Die Regierung wollte für die UMTS-Lizenzen mindestens 25 Billionen Lire einnehmen, Experten hatten aber mit einem deutlich höheren Erlös gerechnet. Presseberichten zufolge wollte die Regierung möglicherweise die Auktion annullieren; in einem solchen Fall dürfte sich indes ein Rechtsstreit mit den verbliebenen Bietern anschließen.

Ausländische Konzerne im Hintergrund



Der britische Ex-Monopolist British Telecom (BT), der mit 20 % an Blu beteiligt ist, bedauerte den Rückzug der Bietergruppe. Das Unternehmen sei bereit gewesen, mehr Geld einzubringen und ein höheres Risiko zu übernehmen, erklärte BT in London. Dem Vernehmen nach wollte BT gut eine halbe Milliarde DM mehr bieten als zuletzt von Blu in die Waagschale geworfen. Wie bei Blu sind auch bei den verbliebenen Bietern zumeist ausländische Konzerne mit im Boot: So zählt Omnitel wie Mannesmann zur britischen Vodafone-Gruppe, und Ipse wird von der spanischen Telefónica dominiert. An Wind ist außer der italienischen Energiegruppe Enel noch France Télécom beteiligt, Andala wird durch das Konglomerat Hutchison Whampoa aus Hongkong kontrolliert. TIM zählt zum von Olivetti übernommenen Ex-Monopolisten Telecom Italia.

Blu kündigte an, nun verstärkt in die UMTS-Vorläufertechnik GSM investieren zu wollen. Das Konsortium hatte erst im April den Betrieb eines Mobilnetzes in Italien gestartet und gewann bereits mehr als eine halbe Million Kunden.

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