Verfahren soll "zügig und erfolgsorientiert" sein
Genscher wird Schlichter im Lufthansa-Tarifstreit

Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) soll als Schlichter im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Lufthansa eine Lösung vermitteln.

dpa HAMBURG. Genscher nehme die Aufgabe wegen der Bedeutung der Lufthansa für den Standort Deutschland an, teilte seine Sprecherin am Mittwoch mit. Die Schlichtungsverhandlungen um höhere Piloten-Gehälter sollen "unverzüglich" an einem geheim gehaltenen Ort beginnen. Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit erklärten übereinstimmend ihren Willen zu einem schnellen Abschluss. Erneute Streiks soll es für die Dauer der Verhandlungen nicht geben, versicherte Cockpit.

Beide Seiten baten Genscher wegen seiner "internationalen sowie seiner tarifpolitischen Erfahrungen als ehemaliger Bundesinnenminister", die Schlichtung zu übernehmen. Der FDP - Politiker genieße für diese schwierige Aufgabe bei allen Beteiligten ein besonders großes Vertrauen. Das Verfahren solle "zügig und erfolgsorientiert" geführt werden. Genscher begründete die Annahme der Schlichter-Aufgabe auch mit der Bedeutung des Betriebsfriedens bei der Lufthansa und dem Interesse der Kunden.

Tarifverhandlungen am Dienstag ergebnislos beendet

Die am Montag wieder aufgenommenen Tarifverhandlungen waren am Dienstag ergebnislos beendet und von beiden Seiten für endgültig gescheitert erklärt worden. Cockpit verlangt für die 4 200 Piloten und Copiloten 24 Prozent mehr Gehalt und eine Ergebnisbeteiligung bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Lufthansa hatte bisher für 2001 eine Verbesserung von 10,6 Prozent im Grundgehalt und eine Ergebnisbeteiligung in Höhe von zwei Monatsgehältern angeboten. Dazu sollte nach dpa-Informationen ein Aufschlag von drei Prozent innerhalb einer denkbaren dreijährigen Laufzeit kommen.

Für die auf 2001 folgenden Jahre der Laufzeit hatte die Lufthansa zunächst angeboten, das Grundgehalt jeweils um den Durchschnitt der westdeutschen Tarifabschlüsse anzuheben. In diesen Punkt war demnach ebenfalls die Möglichkeit eines höheren Aufschlags signalisiert worden.

Zwei ganztägige Pilotenstreiks hatten in den vergangenen Wochen für etliche hundert Flugausfälle gesorgt. Ursprünglich hatte Cockpit für diesen Donnerstag mit einem neuen Streik gedroht.

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