Verfahrensfehler
Mann hält Behinderten wie einen Sklaven

Ein Mann aus Hildesheim, der einen Behinderten fast wie einen Sklaven in Gefangenschaft gehalten hat, muss für knapp sechs Jahre hinter Gitter. Das Hildesheimer Landgericht verurteilte den 41-Jährigen am Montag wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft.

dpa HILDESHEIM. Er hatte sein geistig behindertes Opfer in den Jahren 1998 und 1999 unter unmenschlichen Zuständen gefangen gehalten und gequält. Wegen eines Verfahrensfehlers war ein früheres Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden. Der Angeklagte und seine Ehefrau hatten den 40-jährigen Behinderten in ihrem Bauernhaus im niedersächsischen Lobach aufgenommen. Dort musste dieser in einem zweieinhalb mal vier Meter kleinen Badezimmer wohnen und niedere Tätigkeiten verrichten. Seine Sozialhilfe musste der geistig Behinderte abgeben, er bekam lediglich ein monatliches Taschengeld von 50 Mark (25,56 Euro).

Oft wurde er von dem Angeklagten und seiner Frau, die bereits rechtskräftig zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, geschlagen. Einmal musste er zur Belustigung der Familie nackt auf allen Vieren durch die Wohnung laufen und dabei wie ein Hund bellen. Ein anderes Mal drückte der Angeklagte ein heißes Bügeleisen auf den Rücken seines Opfers. Polizeibeamte wurden zufällig auf die Verbrechen aufmerksam und brachten den unterernährten Mann in ein Krankenhaus.

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