Verfallstermin beginnt
Kriegsängste belasten US-Börsen

Die zunehmende Furcht vor einem Krieg der USA gegen Irak und das Auslaufen einer Reihe von Terminkontrakten haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen des Softwareherstellers Oracle traten nach Händlerangaben dagegen in den Hintergrund.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsschluss um 0,98 Prozent tiefer bei rund 8365 Punkten, der Nasdaq-Index fiel um 0,53 Prozent auf rund 1354 Punkte. Der breiter gefasste S&P-Index büßte 0,77 Prozent auf rund 884 Punkte ein. Kriegsängste belasteten den Markt, sagte Arnie Owen, Geschäftsführer bei Roth Capital Partners in Newport Beach. "Der Markt ist nervös wegen der Folgen für die Wirtschaft."

Die USA hatten Irak am Donnerstag schwere Verstöße gegen die jüngste UNO-Resolution vorgeworfen und militärische Konsequenzen angedroht, sollte das Land weiter unkooperativ bleiben. US-Außenminister Colin Powell sagte, es werde keine friedliche Lösung geben, wenn Iraks Regierung in den kommenden Wochen weiter Lügen auftische.

Händler verglichen den bisherigen Handelsverlauf mit einer Achterbahnfahrt. Nach niedrigerer Eröffnung waren die Kurse kurzfristig gestiegen, hatten dann aber wieder nachgegeben. Verantwortlich dafür sei vor allem das Auslaufen von Aktienoptions- und Termin-Kontrakten im Tagesverlauf und am Freitag. Fällig werden Futures auf die Aktienindizes, Indexoptionen, Optionen auf einzelne Aktien und erstmals auch Futures auf einzelne Aktien. "Wegen der Ablauftermine in dieser Woche ist es schwer, aus diesen Kursbewegungen viel herauszulesen", sagte David Memmott von Morgan Stanley.

Für Kursschwankungen sorgten nach Händlerangaben auch Veränderungen in den S&P-Indizes sowie im Nasdaq-100-Index, die zum Börsenschluss am Freitag wirksam werden. Fondsmanager müssten zukaufen oder verkaufen, um die Portfolios an die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Aktien anzupassen.

Die besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und die vorsichtig optimistische Prognose von Oracle verhinderten Händlern zufolge größere Kursverluste. Oracle-Aktien gewannen rund 3,5 Prozent oder 37 Cent auf 11,00 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. "In einem soliden Markt hätte die Aktie sicherlich einige Dollar zugelegt", sagte Roth-Capital-Analyst Owen.

Zu den Kursgewinnern zählten auch die Titel der Precise Software Solutions Ltd. Die auch in New York notierten Aktien des israelischen Unternehmens zogen um rund 37 Prozent auf 16,48 Dollar an, nachdem der US-Softwarehersteller Veritas Software ein Übernahmeangebot für das Unternehmen im Volumen von rund 537 Millionen Dollar angekündigt hatte. Veritas-Aktien gaben daraufhin um rund fünf Prozent auf 16,43 Dollar nach.

Die Aktien einiger Investmentbanken büßten zum Teil deutlich ein. Die Titel von Goldman Sachs verloren trotz einer Gewinnsteigerung im abgelaufenen Quartal rund 4,6 Prozent auf 70,30 Dollar. Die Papiere von Lehman Brothers gaben rund 1,6 Prozent auf 55,08 Dollar ab, und die Titel des Konkurrenten Morgan Stanley fielen rund zwei Prozent auf 40,30 Dollar. Morgan Stanley hatte zuvor den neunten Rückgang des Quartalsgewinns in Folge bekannt gegeben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,37 Milliarden Aktien den Besitzer. 1489 Werte legten zu, 1777 gaben nach und 179 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden Aktien 1497 im Plus, 1802 im Minus und 30 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 23/32 auf 100-13/32. Sie rentierten mit 3,95 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-1/32 auf 107-6/32 und hatten eine Rendite von 4,90 Prozent.

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