Verfechter des Offensiv-Fußballs
Coach Marcelo Bielsa - der „verrückte" Argentinier

Schon Wochen vor dem Start der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea ist die Verlängerung des Vertrages von Trainer Marcelo Bielsa im Gespräch. Aus gutem Grund: Noch nie zuvor hat sich Argentinien derart souverän für eine Endrunde qualifiziert.

sid BUENOS AIRES. Die Klasse des Teams trägt klar die Handschrift des 46-Jährigen, einem Verfechter des Offensiv-Fußballs, ohne jedoch Diziplin und Taktik zu vernachlässigen.

In seinem Land nennen sie Bielsa nur "El laco" (den "Verrückten"), weil sich sein ganzes Leben fast ausnahmslos um den Fußball zu drehen scheint. Nur schwer ist dem ehmaligen Profi der Newell's Old Boys eine Gemütsregung zu entlocken. Bielsa ist als schweigsam bekannt, mit den Pressevertretern redet er nur das Nötigste.

Der Erfolg gibt ihm rundum recht. Schon als 27-Jähriger begann der Sohn einer Rechtsanwalts-Familie seine Trainer-Karriere, die ihn unter anderem nach Mexiko und zuletzt nach Spanien zu Espanol Barcelona führte, bevor er 1998 als Nachfolger von Daniel Passarella die Nationalmannschaft übernahm. Im vergangenen Jahr wurde Bielsa sogar vor dem Schweden Sven Göran Eriksson zum Welttrainer des Jahres gewählt.

Trotz seiner Zurückhaltung findet Bielsa scheinbar den rechten Ton im Umgang mit seinen Stars, die seine offensiv orientierte Philosophie des Fußballs teilen. Immerhin beendeten die "Gauchos" ihre WM-Qualifikation mit 13 Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage.

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