Verfehlte Produktpolitik
Apple revidiert Erwartungen erneut nach unten

Der US-Computerkonzern Apple hat für das laufende Quartal eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgegeben und auch seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2001 gesenkt.

PALO ALTO. Auch Steve Jobs muss Rückschläge hinnehmen. Wie bei den Konkurrenten im Lager der "Wintel-PC", Dell und Gateway, liefen auch bei Apple Computer die letzten wichtigen Wochen des Saisongeschäfts zwischen Halloween, Thanksgiving und Weihnachten nicht so, wie sich das die Verkaufsstrategen der Computerhersteller noch im Sommer dieses Jahres ausgemalt hatten.

Der Hersteller der Macintosh-Rechner erwartet für das erste Quartal seines Geschäftsjahres, das am 30. Dezember enden wird, jetzt nur noch einen Umsatz von etwa einer Milliarde Dollar. Das liegt glatte 600 Mill. $ unter der bisher vorhergesagten Umsatzmarke, die bereits vor einigen Wochen deutlich nach unten korrigiert worden war. Analysten gingen zuletzt von 1,6 Mrd. Dollar Umsatz aus.

Als Folge des schweren Einbruchs rechnet Apple nun (Sondereinnahmen und-ausgaben ausgeklammert) mit einem Verlust von 225 bis 250 Mill. $, wenn offiziell das Quartalsergebnis am 17. Januar bekannt gegeben wird. Damit wird Apple zum ersten Mal rote Zahlen schreiben, seit Mitgründer Steve Jobs im September 1997 als Retter die Führung des damals schwer angeschlagenen Computerpioniers wieder übernommen hatte.

In einer Telefonkonferenz erklärte Jobs nun, man sei blind gegenüber einer dreifach schwierigen Entwicklung gewesen: einer Kombination von internen Schwierigkeiten, einer rückläufigen PC-Nachfrage sowie einer langsamen Abschwächung der generellen Konjunktur in den Vereinigten Staaten. "Wir waren einfach nicht darauf vorbereitet, diese drei Probleme gleichzeitig zu lösen", räumte Jobs ein.

Als jüngste hausgemachte Probleme nennen Industriebeobachter eine Reihe technisch konzeptioneller Fehlentscheidungen. So seien etwa die gegenwärtig von Apple in den Spitzengeräten verwendeten Prozessoren deutlich langsamer als die von Konkurrenzprodukten. Dazu kommt das Fehlen eines CD-RW-Laufwerkes, das die Silberscheiben wiederbeschreiben kann.

Dafür hat Jobs eine rasche Änderung in den kommenden Monaten versprochen. Wie er jedoch auf die schwache Nachfrage des jüngsten Apple-Produkts reagieren will, bleibt vorläufig noch offen. Der würfelförmige neue Apple PowerMac G4 Cube stieß bei weitem nicht auf die Nachfrage, die Jobs bei den anderen Produkteinführungen während seiner zweiten Amtszeit gewohnt war.

Doch Steve Jobs will sich nicht entmutigen lassen. Apple verfüge an baren Mitteln von 11 $ pro Aktie und Shortterm-Investments auf der hohen Kante, die in den nächsten Quartalen zur Verbesserung der Situation eingesetzt werden könnten. Die Vergleichswerte bei Dell und Compaq lägen bei lediglich 3 beziehungsweise 1,75 Dollar.

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