Verfolger BVB rüstet zum Angriff
Bayern suchen Weg aus der Krise

Nach dem blamablen Scheitern in der Champions League setzt sich der FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga selbst unter erhöhten Erfolgsdruck.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Wir können uns nun voll auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren. Unser Hauptziel ist die deutsche Meisterschaft. Wenn wir am Ende mit zwei Titeln dastehen, redet keiner mehr von der Champions League", gab Kapitän Oliver Kahn, der nach zehntägiger Verletzungspause ins Tor zurückkehrt, unmissverständlich die Richtung vor. Lediglich drei Zähler liegen zwischen dem schwer angeschlagenen Spitzenreiter aus München (20 Punkte) und dem lauernden Verfolger, Meister Borussia Dortmund (17).

Nicht nur aus rein sportlicher Sicht, sondern auch vor dem Hintergrund der Diskussionen um Kahns Disco-Besuch und der Spekulationen um die Zukunft von Trainer Ottmar Hitzfeld ist der Rekordmeister im Spitzenspiel des 11. Spieltages bei Werder Bremen am Sonntag (17.30 Uhr) zum Siegen verdammt. Ausgerechnet in dieser prekären Lage stehen mit Michael Ballack (Kapseleinriss im Sprunggelenk) und dem am Knie verletzten Top-Torjäger Giovane Elber (zehn Saisontreffer) zwei tragende Säulen nicht zur Verfügung. Zudem dürften die Bremer nach dem 1:2 bei Vitesse Arnheim im UEFA-Cup wieder die dort vermisste Leidenschaft zeigen. "Die Spiele gegen die Bayern gehen bei uns von allein. Wer da nicht motiviert ist, sollte lieber gleich zu Hause bleiben", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Der BVB scheint gerüstet für das nächste Kapitel im Fernduell der beiden großen Rivalen, die nach Ansicht vieler den Meistertitel unter sich ausmachen werden. Im Gegensatz zu den Bayern konnten die Borussen mit dem 2:1 über Arsenal London und dem Einzug in die Champions-League-Zwischenrunde vor dem Heimspiel gegen das schwächste Auswärtsteam der Liga, den Hamburger SV, Selbstbewusstsein tanken.

Doch obwohl der HSV in fünf Spielen auf fremden Plätzen noch kein Pünktchen ergatterte und im Westfalenstadion auf sieben Spieler (darunter der gesperrte Ex-Borusse Sergej Barbarez) verzichten muss, warnen die BVB-Verantwortlichen vor dem Gegner. "Ein angeschlagener Boxer ist besonders gefährlich. Wir dürfen nicht einmal drei Prozent in der Einsatzbereitschaft und Entschlossenheit nachgeben", betonte Sportmanager Michael Zorc. Dahinter steht die Befürchtung, dass sich die junge Mannschaft "in trügerische Bequemlichkeit" zurückziehen und leichtfertig weitere Heimpunkte (schon drei Unentschieden) verspielen könnte.

Hochmut kommt vor dem Fall. Das weiß auch der Trainer des Überraschungs-Dritten TSV 1860 München, Peter Pacult. "Die Tabellen- Situation bedeutet nicht, dass wir jeden Gegner schlagen können", sagte der Österreicher vor der Partie gegen Arminia Bielefeld. Gleichwohl wollen die "Löwen" ihren Aufwärtstrend gegen den auswärts sieglosen Aufsteiger fortsetzen, der ohne Ansgar Brinkmann aber mit dem zweifachen Torschützen der Vorwoche, Mamadou Diabang, anreist.

Auch die Formkurve von Hannover 96 zeigt spätestens seit dem 3:3 in München deutlich nach oben. Im ersten Bundesliga- Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg wollen die 96er nach fünf vergeblichen Anläufen endlich den ersten Saison-Heimsieg feiern und möglichst die Abstiegsränge verlassen. Den Sturz dahin fürchtet dagegen der seit Ende September sieglose 1. FC Nürnberg ebenso wie Borussia Mönchengladbach. Wohl erst nach einem Sieg im Frankenstadion könnte "Fohlen"-Trainer Hans Meyer seinen 60. Geburtstag am Sonntag richtig auskosten. Während beim "Club" Abwehrchef Tomas Kos zurückkehrt, muss Meyer fünf Stammspieler ersetzen. Vor allem im Sturm drückt nach dem Ausfall von Peter van Houdt der Schuh.

Fünf sieglose Spiele, vier Heimniederlagen in Folge - die so stark begonnene Elf von Hansa Rostock hofft gegen den Vorletzten 1. FC Kaiserslautern auf das Ende der Talfahrt. Die Aussichten sind gut. Denn die Pfälzer haben auswärts zwölf Mal in Folge nicht gewonnen, und das Ostseestadion scheint für sie eine uneinnehmbare Festung. Fünf Pleiten in sieben Spielen stehen hier zu Buche. "Irgendwann endet jede Serie. Für uns ist es höchste Zeit", meinte Nationalstürmer Miroslav Klose hoffnungsvoll.

Höchste Zeit für einen Sieg bei Energie Cottbus wäre es auch für den FC Schalke 04, um den Anschluss nach vorn nicht zu verlieren. Doch 0:2 und 1:4 hieß es in den beiden bisherigen Liga-Duellen in der Lausitz. Trainer Frank Neubarth erwartet ein "Kampfspiel" und verzichtet möglicherweise auf Andreas Möller, der schon in Warschau zuschauen musste. Auch "Schlusslicht" Cottbus tritt ohne seinen Spielmacher an und hofft ohne Vasile Miriuta auf die Wende. Nach sieben Monaten ohne Heimsieg hilft nur eine Energie-Leistung. "Wir müssen gegen Schalke gewinnen, der Knoten muss platzen", so Trainer Eduard Geyer.

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