Verfolger lauern auf Fehltritt der Bayern
Der „Betze" soll beben

Trotz der klaren Tabellen-Konstellation fährt Spitzenreiter Bayern München mit großem Respekt zum Krisen geschüttelten Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. "Es ist eine undankbare Aufgabe, weil die Lauterer total mit dem Rücken zur Wand stehen. Du kannst nur verlieren", warnte Bayern-Manager Uli Hoeneß im "Kicker" vor dem Trip in die Pfalz. Die Verfolger lauern derweil auf einen Fehltritt der Bayern.

HB/dpa DÜSSELDORF. Für den Rekordmeister sei das Spiel viel schwieriger als für Lautern, "wo die Spiele immer heiß waren", so Hoeneß, der aber wie alle Beteiligten inständig hofft, dass es nicht zu ähnlich hässlichen Szenen kommt wie beim bislang letzten Treffen im März dieses Jahres.

Nach dem hektischen 0:0 im Fritz-Walter-Stadion beschimpfte eine wild gewordene Horde Pfälzer Fans die Bayern-Spieler aufs Übelste, begossen sie mit Bier, traktierten den abfahrenden Bayern-Bus mit Fäusten und bespuckten ihn. Anschließend trug Hoeneß mit der Aussage, die Zuschauer hätten sich "teilweise wie Tiere benommen", auch nicht gerade zur Entspannung der rivalisierenden Clubs bei. Vor dem Wiedersehen mit den Pfälzern aber schlägt der Manager versöhnliche Töne an. Die meisten Lauterer Fans seien "vernünftige Menschen", flötete er. Dennoch werden Hoeneß, die mit größeren Personalsorgen anreisende Hitzfeld-Elf und der Bus besonderen Geleitschutz bekommen.

Auch auf Referee Lutz-Michael Fröhlich (Berlin) dürfte - gerade vor dem Hintergrund der heftigen Schiedsrichter-Diskussionen - keine leichte Aufgabe warten. Hilfe von Außen kann er noch nicht erwarten, denn der "vierte Mann" an der Seitenlinie wird erst im neuen Jahr installiert.

Schon aus sportlicher Sicht müssen sich die Münchner auf ein heißes Duell gefasst machen. Für die Elf von Trainer Erik Gerets ist es fünf vor zwölf. Doch die Ausgangsposition für einen dringend benötigten Erfolg könnte schlechter nicht sein. Bisher gelang nur ein Saisonsieg, schon jetzt sind es acht Punkte bis zum rettenden Ufer, und in den letzten drei Heimspielen gelang gegen den scheinbar übermächtigen Gegner nicht ein einziges Tor. Ausgerechnet jetzt fehlt nicht nur der Gelb-Rot-gesperrte Ex-Bayer Ciriaco Sforza, sondern neben fünf Verletzen auch Abwehrspieler und Elfmeter-Schütze Harry Koch (Gelb-Sperre). Dennoch glaubt Torwart Tim Wiese nach der guten Leistung in Bremen an den Befreiungsschlag. "Wenn wir kämpfen wie in Bremen, schaffen wir die Sensation."

Trotz dieser Hoffnung bestehen für die Verfolger am Wochenende wohl wenig Chancen, den Abstand zu den Bayern zu verkürzen. Trainer Matthias Sammer verdonnerte daher die Spieler von Borussia Dortmund vor der Partie beim VfL Wolfsburg zu besonders professionellem Verhalten. Einen Besuch des Klitschko-Boxkampfs am Samstagabend in der Westfalenhalle untersagte er ihnen mit Blick auf das anstehende Mammutprogramm bis Weihnachten. "Mir soll keiner erzählen, dass wir dieses Programm bewältigen, wenn sich die Akteure an spielfreien Tagen nicht total ausruhen." Denn schon am Dienstag steht bei Lokomotive Moskau zum Auftakt der Champions-League-Zwischenrunde die nächsten Nagelprobe an. "Bestehen wir in Wolfsburg nicht, wird es hier kälter als in Moskau", drohte der BVB-Coach Ungemach an. Immerhin kann er wieder auf Abwehr-As Christoph Metzelder bauen.

Bei einem Ausrutscher des Meisters in Wolfsburg könnte der Tabellen-Dritte Werder Bremen die "Kronprinzenrolle" übernehmen. "Unser Anspruch ist die Champions League", sagte Sportdirektor Klaus Allofs ungewohnt forsch. Doch auch der nur um einen Punkt schlechter Gegner Hertha BSC Berlin hat einen guten Lauf und will sich mit einem Heimsieg in der Spitze festsetzen.

Die vermeintlich leichteste Aufgabe der Verfolger hat der FC Schalke 04 gegen Hansa Rostock. Denn die so furios gestarteten Hanseaten warten mittlerweile acht Spiele auf einen Sieg und drohen, auf einen Abstiegsplatz abzurutschen. So planen die "Knappen" als "lachender Vierter" den Sprung nach vorn, zumal Trainer Frank Neubarth nahezu seine beste Elf mit dem Sturm-Duo Emile Mpenza/Ebbe Sand aufbieten kann. Drei Tage nach der 1:3-Niederlage der DFB-Elf gegen die Niederlande in der Arena will der Pokalsieger an selber Stelle den Heimvorteil nutzen. Die Freundschaft zum Gäste-Schlussmann Mathias Schober, der seine Karriere auf Schalke begann, wird ruhen. Auch der Hansa-Kapitän ist bei seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen frei von Sentimentalitäten: "Für mich zählt nur, mit Hansa aus dem Tabellenkeller zu kommen."

Am Sonntag bilden das "kleine Bayern-Derby" zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC Nürnberg sowie das Duell des aufstrebenden Hamburger SV gegen Energie Cottbus (beide 17.30 Uhr) den Abschluss des 14. Spieltags.

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