Vergabe der UMTS-Lizenzen
Analysten sehen Telekom-Niederlage in Schweden gelassen

Das skandinavische Land mit seinen nur knapp neun Millionen Einwohnern zähle nicht zu den zentralen europäischen Mobilfunkmärkten, lauten übereinstimmend die Kommentare der Experten.

vwd DÜSSELDORF. Die Tatsache, dass die Deutsche Telekom AG, Bonn, bei der Vergabe der UMTS-Lizenzen in Schweden leer ausgegangen ist, sehen die Analysten relativ gelassen. Das skandinavische Land mit seinen nur knapp neun Millionen Einwohnern zähle nicht zu den zentralen europäischen Mobilfunkmärkten, lauteten am Montag übereinstimmend die Kommentare der Experten. Zudem seien die Telekom und ihre Partner ohne eigene Kunden und Infrastruktur angetreten. Bei einem Lizenzzuschlag wären auf das Konsortium hohe Kosten für den Netzaufbau in dem dünnbesiedelten Land und für die Akquisition von neuen Mobilfunkteilnehmern zugekommen.

Theo Kitz von Merck Finck sagte, der Ausgang des Schönheitswettbewerbs, bei dem es zehn Bieter für vier Konzessionen gegeben hatte, sei für ihn mit Blick auf die Telekom nicht überraschend. Er habe von Anfang an angesichts der starken Konkurrenz auch anderer ausländischer Interessenten keine großen Hoffnungen gehabt, dass die Bonner und ihre Partner ABB und Utfors von der Telekommunikationsbehörde PTS bedacht würden. "Die Telekom hatte relativ kleine Chancen wie die anderen auch", sagte der Analyst.

Keine Änderung der Aktieneinstufung

Bei der Entscheidung für das Konsortium Orange Sverige sei möglicherweise mit ausschlaggebend gewesen, dass die Orange plc, Bristol, bereits für ganz Europa ihre UMTS-Infrastrukturlieferanten, nämlich Ericsson und Alcatel, benannt habe. Bei dem Konsortium HI3G aus Hutchison Whampoa und der größten schwedischen Fondsgesellschaft Investor, an das ebenfalls eine Lizenz ging, kann sich Kitz vorstellen, dass auch der Einfluss der hinter Investor stehenden Familie Wallenberg bei den Vergabebeschlüssen eine Rolle gespielt hat.

Auch Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin betont, abgesehen vom Lizenzpreis wäre der UMTS-Einstieg für die Telekom wohl nicht preiswert geworden. Er sehe nach der schwedischen Entscheidung keinen Grund, etwas an der Aktieneinstufung des Bonner Dax-Konzerns zu ändern. Niels Machemehl, der die Telekom für die Vereins und Westbank - beobachtet, sagte, wichtiger sei es für das Unternehmen, in Frankreich, Italien und Spanien den UMTS-Anschluss zu finden. Hier sieht der Analyst Chancen durch externes Wachstum.

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