Vergabe von Bauaufträgen
Razzien wegen Schmiergeldzahlungen bei der Deutschen Bahn

Wegen des Verdachts millionenschwerer Schmiergeldzahlungen bei der Deutschen Bahn haben Polizei und Staatsanwaltschaft Geschäftsräume und Wohnungen in mehreren Bundesländern durchsucht.

Halle, 4. August (AFP) - Wegen des Verdachts millionenschwerer Schmiergeldzahlungen bei der Deutschen Bahn haben Polizei und Staatsanwaltschaft Geschäftsräume und Wohnungen in mehreren Bundesländern durchsucht. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle am Freitag bestätigte, gilt ein Bahnmitarbeiter als Hauptbeschuldigter. Er soll nach Medienberichten beim Ausbau des ostdeutschen Bahnnetzes Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben. Die in in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete, insgesamt würden drei Verdächtige beschuldigt, für die Vergabe von Bauaufträgen durch die Bahn in den neuen Ländern erhebliche Schmiergelder gezahlt oder entgegengenommen zu haben. Die Durchsuchungen erstreckten sich demnach auf vier Länder.

Die bei den Razzien vom Mittwoch beschlagnahmten Unterlagen werden nun durch eine Ermittlungsgruppe der Polizei und Staatsanwaltschaft Halle sowie des Landeskriminalamtes Magdeburg ausgewertet. Die Ermittlungen würden "noch einige Zeit in Anspruch nehmen", erklärte ein Justizsprecher. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden demnach "kartonweise" Unterlagen sicher gestellt.

Als Hauptbeschuldigter gilt ein 52-jähriger Bundesbahnoberrat aus dem Leipziger Bahn-Projektzentrum. Presseberichten zufolge soll er bei der technischen Ausschreibung von Aufträgen bestimmten Firmen Wissensvorteile verschafft haben, die damit die Aufträge für sich an Land holen konnten. Im Gegenzug sollen sie sich bei dem Bahn-Mitarbeiter mit der Finanzierung von Geburtstagsfeiern, Reisen revanchiert haben; oft sollen drei Prozent der Auftragssumme geflossen sein. Die einzelnen Aufträge lagen den Berichten zufolge zum Teil im zweistelligen Millionenbereich. Die Schmiergelder sollen auf Konten von zwei Tarnfirmen in Halle und Karlsruhe überwiesen worden sein.

Zwischen Deutscher Bahn AG und Staatsanwaltschaft war es wegen des Falls zu Auseinandersetzungen gekommen, nachdem die Bahn der Justizbehörde Verzögerungen bei den Ermittlungen vorgeworfen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte dies vehement zurückgewiesen.

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