Vergleich bei Sammelklage könnte über eine Milliarde Dollar kosten
Ford reduziert Gewinnprognose nach unten

Der US-Automobilhersteller Ford hat für das dritte Quartal eine Gewinnwarnung ausgesprochen und zugleich Produktionskürzungen angekündigt.

Reuters DETROIT. Ford werde seine vorherige Gewinnschätzung von 10 Cent je Aktie vor Sonderaufwendungen im Berichtsquartal wegen Lieferengpässen nach den US-Terroranschlägen nicht erreichen. Das Unternehmen wolle die Produktion in seinen nordamerikanischen Anlagen im laufenden Quartal um 110 000 bis 120 000 Fahrzeuge auf 810 000 bis 820 000 Stück kürzen, teilte der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt am Freitag in Detroit mit. In fünf nordamerikanischen Werken solle zudem die Produktion in der kommenden Woche ausgesetzt werden.

Analysten gehen davon aus, dass das sinkende Verbrauchervertrauen den Absatz von Fahrzeugen in den USA im Jahresverlauf beeinträchtigen wird. Andere Automobilhersteller dürften nach Einschätzung der Experten auf Grund der Terroranschläge in den USA und der Konjunkturabkühlung ebenfalls bald ihre Produktion senken.

Ford zusätzlich durch Sammelklage belastet

Ford wird außerdem durch eine Sammelklage wegen defekter Zündungen derzeit belastet. Der kalifornische Richter Michael Ballachey kündigte am Freitag einen Prozess gegen den US-Autohersteller an, wenn es bis zum Sonntag zu keiner außergerichtlichen Einigung zwischen dem Autokonzern und den Klägern kommt. Der Richter des obersten Kreisgerichts in Alameda sagte, dass ein Prozess nicht länger aufgeschoben werde könne, sondern im Februar beginnen werde, wenn es keine Einigung gebe. Ballachey fügte hinzu, dass er am Montag nächste Woche die jetzige Jury von ihrer Aufgabe entbinden und einen neuen Prozesstermin festsetzen werde.

Anwälte: Vergleich würde mehr als eine Milliarde Dollar kosten

"Ich würde mich freuen, wenn dem Gericht bis Sonntag eine unterschriebene Vereinbarung vorgelegt wird. Da der Prozess aber wahrscheinlich aufgenommen wird, werden alle notwendigen Schritte eingeleitet", sagte Ballachey weiter. Ford wird in einer Sammelklage vorgeworfen, zwischen den Jahren 1983 und 1985 fehlerhafte Zündmodule in rund 22 Millionen Pkw und Nutzfahrzeugen eingebaut zu haben. Der ursprünglich für diesen Montag geplante Verhandlungsbeginn war verschoben worden, nachdem Ford einen Vergleich angeboten hatte, der allerdings bislang nicht zu Stande gekommen ist. Anwälte schätzen, dass eine Vereinbarung den weltweit zweitgrößten Autohersteller mehr als eine Milliarde Dollar (rund 2,12 Milliarden Mark) kosten könne. Ford selbst weist die Zahl als überhöht zurück.

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