Vergleich mit der Branche schmerzt
T-Aktie im freien Fall

Eine Fülle schlechter Nachrichten lässt den Kurs der Deutschen Telekom auf ein Allzeittief stürzen. Ein Problem: Das Unternehmen ächzt unter einer Zinslast, die keinen Spielraum für grundlegende Neuentwicklungen lässt.

DÜSSELDORF. Die Herabstufung durch Goldman Sachs und Einmalbelastungen bei der Tochter Voicestream nach Änderungen bei der Bilanzierung setzen der Aktie zwar zu. Doch solche Meldungen rechtfertigen den Kursverfall nicht so richtig. Viel schlimmer ist: Es gibt nichts Positives. Die Telekom leidet darunter, dass Investoren immer häufiger Vergleiche mit Wettbewerbern ziehen. Gemessen daran ist die Aktie selbst mit zwölf oder zehn Euro noch überbewertet.

Investoren sehen zunehmend keinen Sinn mehr darin, europäischen Telekomgesellschaften einen kräftigen Bewertungsaufschlag gegenüber amerikanischen zu gewähren. Eher das Gegenteil wäre auch richtig: Gerade weil in den USA der Telekomsektor gegenüber dem europäischen in vielen Bereichen Nachholbedarf hat, ist das Kurspotenzial in der Neuen Welt größer.

Doch auch abseits vom Potenzial muss Telekom-Eignern angst und bange werden. In den USA ist Worldcom nach einem Kurssturz von über 80 Prozent seit Januar fast zu einem Penny-Stock verkommen. Investoren und Analysten gehen mit der zweitgrößten amerikanischen Telekomfirma hart ins Gericht. Investmentbanken kritisieren die hohe Verschuldung, die schlechten Erträge und stellen die Existenz in Frage. Doch anders als die Telekom erwirtschaftet Worldcom auch nach zwei Gewinnwarnungen immer noch einen kleinen Nettogewinn. Mit 29 Milliarden Dollar ist die Verschuldung etwa halb so hoch wie bei den Deutschen.

Die Existenz ist bei der Telekom nicht gefährdet. Schließlich ist der Staat immer noch größter Eigentümer. Doch einem Unternehmen, das Jahr für Jahr Milliarden Euro für die Zinslast aufbringen muss, sind Wege für zukunftsweisende Entwicklungen und Technologien weitgehend versperrt. Genau diese Perspektiven erkennt die Börse jetzt jeden Tag ein wenig mehr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%