Vergleich mit US-Brokern
Laut BHF-Bank sind Deutschlands Online-Broker überbewertet

"Verkaufen" sollten Anleger nach Auffassung der BHF-Bank die Aktien der deutschen Onlinebroker.

dpa-afx FRANKFURT. Die drei größten deutschen Online-Broker Comdirect, Consors und DirektAnlageBank (DAB) sind nach Ansicht der BHF-Bank überbewertet. Ihr Kursniveau sei im Vergleich zu den US-Online-Brokern nicht zu rechtfertigen, schrieb das Geldinstitut in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse. Auf längere Sicht werde zudem die Profitabilität pro Kunde abnehmen. Die BHF-Bank setzte daher Kursziele an, die deutlich unter dem derzeitigen Stand liegen: für Comdirect 20 Euro, für Consors 68 Euro und für die DAB 34 Euro. Die Anlageempfehlung lautete für alle drei: Verkaufen.

Die Analysten der BHF-Bank verwiesen darauf, dass zum Beispiel die Marktkapitalisierung der DAB höher sei als die von Ameritrade, obwohl der amerikanische Online-Broker über viermal mehr Kunden verfüge und seine Erträge pro Kunde um 20 % höher seien. Der Unterschied sei auch nicht durch die besseren Wachstumsaussichten auf dem europäischen Markt zu rechtfertigen.

Die BHF-Experten bescheinigten dem Online-Broker-Geschäft eine weiterhin positive Entwicklung, insbesondere bei einer Expansion der deutschen Unternehmen ins europäische Ausland. Dennoch seien die im ersten Quartal dieses Jahres erzielten Zuwachsraten nicht wieder zu erreichen. Dieser Zeitraum habe "Ausnahmecharakter" gehabt, nachdem "bei Börsengängen zeitweise ein prozentual dreistelliger Zeichnungsgewinn eher die Regel als die Ausnahme war".

Die BHF-Analysten kamen zu dem Schluss, dass es den drei Online-Brokern bis zum Jahr 2002 gelingen werde, die Zahl ihrer Kundendepots in Deutschland auf 2,5 Mill.. zu steigern. Das Gesamtpotenzial liege bei 4,1 Mill.. Kunden. Diese Zahlen seien gegenüber einer früheren Schätzung der BHF-Bank eine deutliche Anhebung. Allerdings sei zu beachten, dass mit "zunehmender Kundenzahl Kenntnisse und Erfahrungsgrad des durchschnittlichen Anlegers sinken, der folglich weniger Transaktionen durchführt oder margenschwächere Produkte nachfragt".

Bereits in der Zeit zwischen April und Juni sei die Zahl der Transaktionen pro Kunde um durchschnittlich etwa ein Drittel zurückgegangen, hieß es in der Analyse weiter. Eine Ausweitung der Produktpalette um Hypothekenfinanzierungen oder Versicherungen sei daher zwar sinnvoll, werde aber in den kommenden zwei Jahren nicht zu einem wesentlich verbesserten Ergebnis führen.

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