Vergleich von 750 Millionen Dollar
Microsoft und AOL legen Browserstreit bei

Microsoft zahlt dem weltgrößten Medien- und Online-Unternehmen AOL Time Warner als Teil eines Vergleichs zur Beilegung der Netscape-Kartellrechtsklage 750 Millionen Dollar (630 Mill. Euro). Dies haben die beiden Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt.

Reuters SEATTLE. Als Teil des Vergleichs werde der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft 750 Millionen Dollar an AOL Time Warner zahlen, teilten die beiden Firmen am Donnerstag mit. Der Medienkonzern hatte Microsoft vorgeworfen, es habe seine Marktmacht gegen den Internet-Browser Netscape missbraucht, den AOL 1999 erworben hatte. "Mit der Vereinbarung, die wir geschlossen haben, beginnt eine neue Phase in den Beziehungen zwischen Microsoft und AOL Time Warner", sagte Microsoft-Chairman Bill Gates in einer Telefonkonferenz. Aktien von AOL Time Warner legten im nachbörslichen Handel knapp drei Prozent zu, während Microsoft-Titel leicht nachgaben.

AOL Time Warner erhält im Zuge der Vereinbarung auf sieben Jahre eine kostenlose Lizenz für Microsofts Browser-Technologie. Auch soll die AOL-Zugangssoftware künftig gemeinsam mit dem Windows-Betriebssystem an jene Firmen ausgeliefert werden, die PCs aus Einzelteilen zusammenbauen. Beide Firmen schlossen eine langfristige Vereinbarung, die es AOL Time Warner erlaubt, Microsofts Software für digitale Medien wie Musik und Video zu nutzen. Schließlich will Microsoft seine Testversionen der nächsten Windows-Generation gegenüber AOL öffnen. "Dies schafft ein nervendes Thema mit AOL aus der Welt, wenn auch zu einem hohen Preis", sagte der Analyst Bob Austrian von Banc of America Securities. "Die Luft zu reinigen, ist eindeutig positiv ... die Investoren werden das zu schätzen wissen."

Im nachbörslichen Handel in New York stiegen die AOL-Time-Warner-Aktien auf 15,28 von 14,85 Dollar. Microsoft-Aktien gaben leicht auf 24,28 von 24,40 Dollar nach.

Der Chef von AOL Time Warner, Dick Parson, sagte, die Allianz solle es Medienkonzernen erleichtern, in den digitalen Vertrieb einzusteigen. Ziel sei es, ein sicheres Umfeld zu entwickeln, in dem neue Technologien erprobt werden könnten. Nur so könne der Markt wachsen. Für die Musikindustrie stellen über das Internet verbreitete Raubkopien zurzeit ein gewichtiges Problem dar.

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