Vergleichstest von 125 Riester-Policen
Zahlenspiel mit Riester

Jetzt kann man einsteigen bei der Riesterrente. Der Handelsblatt Investor stellt exklusiv einen neuen Vergleichstest der angebotenen Produkte vor.

DÜSSELDORF. Arbeitsminister Walter Riester hat zurzeit andere Probleme als die Rentenreform - er muss sich um die angeschlagene staatliche Arbeitsvermittlung kümmern. Möglicherweise kommt auch dabei, wie bei der Rente, ein Konzept mit größerer privater Verantwortung heraus.

Die Riesterrente ist ein unglaublich kompliziertes Konzept. Doch eines muss man dem Arbeitsminister lassen: Er hat aufgeräumt mit der Lebenslüge, dass die gesetzliche Rentenversicherung uns alle ausreichend versorgen kann. Der Grund ist sehr einfach: Die Alten werden immer mehr, die Kinder immer weniger.

Statt einer Fülle von komplizierten Details einige Kernpunkte zur Rentenreform:

>> Riesterprodukte können seit Anfang des Jahres gekauft werden. Es reicht aber, bis Ende des Jahres zuzugreifen, um die staatliche Förderung zu erhalten.

>> In vielen Fällen dürfte der betriebliche Weg besser sein als der private, weil er kostengünstiger ist. Vor dem Kauf eines privaten Produktes sollten Anleger sich also informieren, was der Betrieb anbietet.

>> Die betriebliche Altersvorsorge ist insgesamt aufgestockt worden. So können Arbeitnehmer verlangen, dass Teile ihres Gehalts wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld in eine betriebliche Form der Altersvorsorge eingezahlt werden. Dafür gibt es Steuervergünstigungen: In einen Pensionsfonds dürfen zum Beispiel vier Prozent der "Beitagsbemessungsgrenze" (2002 ergibt das 2 160 Euro) steuerfrei eingezahlt werden. Bei einer so genannten Direktversicherung werden dagegen für Einzahlungen bis 1 752 Euro die Steuern auf pauschal 20 Prozent gesenkt. Wichtig: Diese Regelung besteht neben der Riesterförderung. Man kann also beide Wege zugleich einschlagen. Allerdings wird jeder Euro Einzahlung nur einmal gefördert - wer doppelt kassieren möchte, muss also auch selber doppelt einbezahlen oder den Betrieb dazu veranlassen.

>> Es lohnt sich, die Riesterförderung plus die andere betriebliche Förderung voll auszuschöpfen. Denn die entsprechenden Steuervorteile, beziehungsweise die direkte Förderung beim Riestermodell, sind durch nichts zu ersetzen. Die Riesterrente ist daher auch für gut Verdienende interessant, wenn auch die Förderbeträge in den ersten Jahren recht klein sind.

>> Es gibt wichtige Einschränkungen bei Riesterprodukten. Sie sind nach dem Willen des Gesetzgebers reine Altersvorsorgeprodukte, eignen sich also nicht, um für größere Anschaffungen zu sparen oder ein Vermögen zu vererben. Das heißt aber nicht, dass man auf die Riesterförderung verzichten sollte.

>> Das staatliche Zertifikat ist keine Qualitätsgarantie. Es besagt lediglich, ob das Produkt die formalen Anforderungen erfüllt, die Vorbedingung für die Förderung sind.

>> In den Genuss der Förderung kommen nur Arbeitnehmer, die keine beamtenähnliche Versorgung haben. Viele im Öffentlichen Dienst oder etwa bei der Kirche Angestellte gehören deswegen nicht dazu. Gefördert werden aber auch Ehegatten förderungsberechtiger Arbeitnehmer. Wenn der Mann zum Beispiel Angestellter bei einer Firma und seine Frau Hausfrau oder freiberuflich tätig ist, dann kann die Frau privat einen eigenen Riestervertrag abschließen.

>> Die Riesterrente schließt zwar nach Berechnungen der Regierung die zu erwartende Rentenlücke. Auf diese Prognose sollte sich aber niemand verlassen. Daher empfiehlt es sich, zusätzliches Vermögen aufzubauen, zum Beispiel über einen Aktienfondssparplan.

Wer sich nach einem Riesterprodukt für die private Vorsorge umschaut, findet jetzt schon eine verwirrende Fülle von Angeboten, die überwiegend von Versicherern stammen. Sie unterscheiden sich sowohl im grundsätzlichen Aufbau als auch bei einzelnen Kostenbestandteilen voneinander. Das Research-Unternehmen Franke & Bornberg in Hannover, das auf die Analyse von Versicherungen spezialisiert ist, hat 125 Riester-Policen untersucht und legt damit den ersten umfassenden Produktvergleich für diesem Bereich vor.

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