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Verhärtete Fronten bei VW-Tarifrunde - Kundgebung der IG Metall

Bei den VW-Tarifverhandlungen haben sich die Fronten zwischen IG Metall und Volkswagen weiter verhärtet. Nach Angaben der IG Metall drohte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn zu Beginn der zweiten Runde am Dienstag damit, VW werde keine neuen Fahrzeuge und Komponenten mehr an deutschen Standorten fertigen, falls es keine "Modifizierungen" beim Haustarif gebe. Zudem solle der Haustarif künftig für neu eingestellte Beschäftigte nicht mehr gelten.

dpa-afx HANNOVER. Bei den VW-Tarifverhandlungen haben sich die Fronten zwischen IG Metall und Volkswagen weiter verhärtet. Nach Angaben der IG Metall drohte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn zu Beginn der zweiten Runde am Dienstag damit, VW werde keine neuen Fahrzeuge und Komponenten mehr an deutschen Standorten fertigen, falls es keine "Modifizierungen" beim Haustarif gebe. Zudem solle der Haustarif künftig für neu eingestellte Beschäftigte nicht mehr gelten.

Ein VW-Sprecher wollte dies unter Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht kommentieren. Unterdessen wurde bekannt, dass die Volkswagen AG das geplante Oberklassemodell C1 aus ihrem Fünf-Jahresprogramm gestrichen hat. Das Auto sollte in der VW-Modellfamilie zwischen dem Passat und dem Phaeton angesiedelt werden.

VW Will Arbeitskosten BIS 2011 UM 30% Senken

VW-Verhandlungsführer Senn hatte vor der Fortsetzung der Tarifgespräche in Hannover die Notwendigkeit betont, die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Mrd. Euro oder 30 Prozent zu senken, um Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine attackierte während einer Unterbrechung der Tarifgespräche auf einer Kundgebung vor dem Verhandlungsort das VW-Management. Der Rückgang des VW-Gewinns in diesem Jahr sei nicht die Schuld der Beschäftigten, sondern habe seine Ursache in Managementfehlern, sagte Meine vor mehr als 1 000 VW-Beschäftigten. Es sei nicht akzeptabel, dass die Beschäftigten diese Fehler "ausbaden" sollten. Eine zweijährige Nullrunde bei den Einkommen, wie von VW gefordert, werde es mit der IG Metall nicht geben. So wie sich die VW-Verhandlungskommission "aufführe", werde die IG Metall mit weiteren Aktionen Druck machen müssen.

Zugleich warnte Meine die Beschäftigten aber vor Illusionen. Bei den schwierigen Tarifverhandlungen "wachsen die Bäume nicht in den Himmel". Meine forderte VW auf, sich grundsätzlich bereit zu erklären, die Sicherheit der Arbeitsplätze in einem Tarifvertrag zu regeln. Dies sei eine "Schlüsselfrage". Für den Fall, dass VW dies vertraglich zusichere, signalisierte Meine grundsätzlich Kompromissbereitschaft in anderen Fragen.

Oberklassemodell C1 Kommt Nicht Mehr IN Diesem Jahrzehnt

VW-Chef Bernd Pischetsrieder sagte der "Berliner Zeitung" (Dienstag): "Klar ist, dass wir mit dem Tarifabschluss unserem Ziel, die Produktionskosten bis 2011 um 30 Prozent zu senken, näher kommen müssen." Als Begründung verwies er auch auf die höhere Preissensibilität der Kunden. "Seit 2000 sinken die tatsächlich gezahlten Preise oder die Kunden wollen alternativ für das gleiche Geld deutlich mehr Ausstattung. Das trifft auch VW, und zwingt uns, die Kosten noch mehr zu reduzieren als bisher."

Das geplante Oberklassemodell C1 mit Heckantrieb will VW nicht mehr in diesem Jahrzehnt bauen. Ein Sprecher von Volkswagen in Wolfsburg bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Wolfsburger Nachrichten". VW halte aber an den Plänen fest, die preisliche Lücke zwischen Passat und Phaeton zu schließen. Der VW - Sprecher sagte, Volkswagen verfolge ein "anderes Konzept" als den C1. Näheres wollte er aber nicht sagen.

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