Verhagelte Stimmung vor US-Notenbank-Sitzung
Neuer Markt weiter angeschlagen

"Die Zinsentscheidung der US-Notenbank hat uns am Morgen schon die Stimmung verhagelt", sagte ein Münchner Händler.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aussicht auf schwach eröffnende US-Börsen haben schwer auf dem ohnehin angeschlagenen Neuen Markt gelastet. Der Nemax 50 weitete seine Verluste aus und lag um 14.15 Uhr mit 5,38 % im Minus bei 3 749,02 Punkten. Der Nemax All-Share büßte 4,41 % auf 3 568,14 Punkte ein.

"Die Zinsentscheidung der US-Notenbank hat uns am Morgen schon die Stimmung verhagelt", sagte ein Münchner Händler. Die Gewinnwarnung des US-Halbleiterkonzerns Applied Materials wird nach Ansicht des Händlers die US-Technologiebörse Nasdaq wieder nach unten reißen und damit auch die deutschen Wachstumswerte schwer belasten.

Die Gerüchte um mögliche Auflösungen von Neuer-Markt-Fonds bezeichnete der Händler als "unbegründet". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, es kursierten entsprechende Spekulationen am Markt. "Es gibt Umschichtungen in Fonds, die dann wieder negativ in die bereits schwachen Märkte hinein wirken", sagte der Händler. Ein Ursache für die Talfahrt des Neuen Marktes sei dies aber nicht.

Der Händler Wolfgang Kuhl von BfG-Bank vermutete, dass sowohl institutionelle als auch private Anleger der Neuer-Markt-Fonds ausstiegen. Namen von Fonds nannte er nicht. Hinzu komme, dass die Mittelzuflüsse von privaten Anlegern nach den deutlichen Kurskorrekturen zurückgegangen seien.

Aktien von Heyde und Pixelpark stürzen ab

Die Schlusslichter im Nemax 50 waren Heyde mit minus 14,41 % auf 14,55 Euro, die am Vortag ihre Neunmonatszahlen vorgelegt hatten sowie Pixelpark. Der Multimedia-Anbieter litt Händlern zufolge unter dem schlechten Gesamtmarktfeld für Webdienstleister und gab zuletzt 16,16 % auf 44,50 Euro nach.

T-Online verloren 3,54 % auf 19,10 Euro. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hatte am Vortag entschieden, dass der Mutterkonzern Deutsche Telekom ab Februar nächsten Jahres auch Mitbewerbern eine Großhandels-Flatrate anbieten muss. Analyst Werner Stäblein von der BHF-Bank sagte, dadurch werde der Wettbewerb bei den Flatrate-Angeboten wieder deutlich zunehmen und T-Online als Flatrate-Anbieter unter Druck geraten.

Zu den Gewinnern zählten e.multi Digitale Dienste mit plus 20,11 % auf 6,33 Euro. Das Unternehmen hatte am Morgen gemeldet, gemeinsam mit der Börse Stuttgart AG und der Euwax Broker AG und weiteren Partnern, eine gemeinsame Firma für Lernprogramme im Internet für private und professionelle Anleger gründen zu wollen.

Sunburst Merchandising kletterten nach Vorlage ihrer Neunmonatszahlen zuletzt um 9,03 % auf 30,20 Euro.

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