Verhaltene Reaktion an der Börse
Roche fusioniert mit Chugai in Japan

Der Schweizer Pharmakonzern übernimmt 50,1 % der japanischen Pharmagruppe Chugai und rückt so wieder zu den zehn grössten Pharmakonzernen der Welt auf.

Reuters BASEL/ZÜRICH. Der Kaufpreis wird nach weiteren Roche-Angaben vom Montag zwischen zwei und 2,6 Mrd. sfr liegen. Durch die Übernahme verstärkt Roche seine Position im zweitgrössten nationalen Pharmamarkt der Welt. Mit dem Chugai-Umsatz von 188 Mrd. Yen oder 2,48 Mrd. sfr wird Roche zum fünftgrössten Pharmaunternehmen in Japan mit einem Pro-Forma-Umsatz von 3,4 Mrd. sfr.

Verkauf und Forschung in Japan verstärken

Die Reaktion der Börse und der Analysten war verhalten. Nach verschiedenen Rückschlägen bei neuen Produkten stand das Roche-Management unter dem Druck, mit einer grösseren Transaktion seine Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Auch andere Pharmakonzerne haben sich in der jüngeren Vergangenheit in Japan eingekauft.

Mit der Übernahme will Roche Verkauf und Forschung in Japan verstärken. Die grosse Chugai-Verkaufsorganisation soll den Absatz von Roche-Produkte fördern; das gilt insbesondere für die neueren Roche-Medikamente wie etwa Herceptin, MabThera/Rituxan und Tamiflu. Ab dem zweiten Jahr nach der Übernahme soll sich die Übernahme positiv im Ergebnis niederschlagen. Die Transaktion, die von den Behörden noch bewilligt werden muss, soll bis im vierten Quartal 2002 abgeschlossen sein. Der Roche-Cash-Flow soll nach der Übernahme unter Ausschluss einmaliger Effekte um 500 bis 600 Mill. sfr steigen.

Es bleibt noch genug Geld in der Kasse

Für Roche bedeutet die Übernahme, dass das Ziel einer Betriebsmarge von 20 bis 25 % im Pharmabereich ein Jahr später als erwartet erreicht werden dürfte, wie Roche-Finanzchef Erich Hunziker erklärte. Der Verwässerungseffekt auf den Gewinn je Aktie werde aber gering ausfallen. Es bleibe auch noch genug Geld in der Kasse, um weitere günstige Gelegenheiten wahrnehmen zu können, wenn sie sich bieten, erklärte der Finanzchef weiter.

"Es ist ein vorsichtig positiver Schritt", sagte Matthias Fehr von Lombard Odier. "Er verstärkt die Verkäufe und die Präsenz in Japan. Es gibt sicherlich Synergien für die Einführung der Onkologie-Produkte (von Roche)", fügte er hinzu. Die Zürcher Kantonalbank erachtet die Transaktion für Roche als vorteilhaft. Als Gründe natte die ZKB das über dem japanischen Markt liegende Chugai-Wachstum von 6,2 %, der gute Preis, die 14 zusätzlichen Produkte, die Chugai in der Pipeline hat, sowie die stark verbesserte Stellung im japanischen Markt, welcher auf ein Volumen von 50 Mrd. $ kommt.

Die Roche Genussscheine notierten in einem sich abschwächenden Gesamtmarkt nach einem Hoch bei 119 sfr zunächst schwächer und standen am frühen Nachmittag unverändert bei 116,25 sfr.

"Transaktion demonstriert Handlungsfähigkeit"

Martin Hall, Analyst bei HSBC in London, sagte, die Transaktion demonstriere die Handlungsfähigkeit des Roche Managements. Die Forschungs-Pipeline von Chugai sei aber nicht übermässig gut und mit der Übernahme werde die Frage nicht beantwortet, wo bei Roche das zukünftige Wachstum herkommen solle.

Vor Roche hat sich bereits GlayoSmithKline in Japan engagiert. Der Konzern ging dieses Jahr Partnerschaften mit Shionogi und Tanabe Seiyaku ein.

Basierend auf den Zahlen von 2000 werde Roche mit der Transaktion den Umsatz weltweit auf 30,4 Mrd. sfr erhöhen. Roche gehöre damit zu den zehn grössten Pharmaunternehmen der Welt, hiess es weiter. Die Verkäufe der Pharmadivision würden auf 20,5 Mrd. sfr erhöht.

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