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Verhaltene Stimmung zum Jahresausklang

An der Wall Street dürfte zum Wochen-, Monats- und Jahresausklang nicht wirklich viel passieren. Die Nachrichtenlage ist nicht nur dünn, sondern quasi kaum vorhanden. Mit Minus 10 Grad und einem Schneesturm im Anmarsch dürften sich Marktteilnehmer früh ins Wochenende verabschieden. Die Futures deuten auf eine leicht freundliche Eröffnung die Aktienmarktes.

Die Woche zwischen den Jahren, scheint jedenfalls einer alten Tradition treu geblieben zu sein. Seit 1950 konnte der S&P 500 Index in 72 Prozent der Fälle und der Nasdaq in 90 Prozent der Fälle freundlich tendieren. Kann sich der S&P 500 und der Nasdaq auf dem Eröffnungsniveau halten, wäre auch in diesem Jahr die letzte Woche ein Gewinner. Unterm Strich kann man nur eine Jahresbilanz ziehen: OUCH! Mit einem Minus von 37 Prozent blickt der Nasdaq auf das schlechteste Börsenjahr seit der Gründung im Jahr 1971 zurück.



Internetwerte sind dem klassischen Atombombeneffekt zum Opfer gefallen. Zuerst haben sich Webaktien wie ein Atompilz ausgebreitet, um im zweiten Halbjahr wieder eingesaugt zu werden. Selbst die Stars wie Yahoo haben im Jahresverlauf rund 85 Prozent an Wert verloren. Priceline, eToys, Beyond.com und Pets.com sahen Kurseinbrüche von rund 99%. Die kräftigen Kursverluste im Technologiesektor sind dann wohl auch für die massiven steuerbedingten Verkäufe in den vergangenen Wochen verantwortlich. Die Einbrüche im Nasdaq haben rund 3 Billionen Dollar oder 3.000 Milliarden Dollar an Anlagekapital ausradiert. Da kann man nur hoffen, dass der Januar Effekt der Wall Street wieder auf die Beine hilft.



Was den Dow Jones betrifft, sieht die Jahresbilanz gar nicht so furchtbar aus. Der Blue Chip Index verlor rund 5,5 Prozent im Jahresvelauf. Wer jedoch Dow Jones-Aktien wie AT&T, Kodak oder Microsoft im Portfolio hatte, an dem ging der stabil wirkende Dow Jones spurlos vorüber: AT&T verlor 65 Prozent, Microsoft 62 Prozent und Kodak 38 Prozent. Der nicht gewichtete Index konnte durch eine Kursverdoppelung bei Philip Morris, einem 41 Prozent Anstieg bei Merck und 39 Prozent Gewinn bei JP Morgan sich stabil halten. Der wirkliche Star in diesem Jahr war nicht der Aktienmarkt, sondern Staatsanleihen, die eine Rendite von über 13 Prozent abgeworfen haben.



Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Der Aktienmarkt dürfte sehr volatil bleiben und vor allem im ersten Halbjahr zwischen fallenden Zinsen und Rezessionsangst geplagt werden. Erst gestern wies Goldman Sachs nochmals auf das erhöhte Risiko einer harten Wirtschaftslandung hin. Heute morgen, hisst auch J.P. Morgan die rote Fahne. Die US Konjunktur dürfte eine harte Wirtschaftslandung durchlaufen, so die Warnung der Investment Bank. Das BIP werde im ersten Halbjahr um lediglich ein Prozent zulegen. Insgesamt werde das Jahr 2001 nur eine BIP Steigerung um 1,8 Prozent sehen. Bedenkt man, dass die Steigerungsrate im vergangenen Jahr noch bei über fünf Prozent lag, eine deutliche Abkühlung, die einer Rezession nahe komme. Eine Rezession ist per Definition ein rückläufiges BIP. Die Analysten vermuten, dass die Notenbank im ersten Halbjahr 2001 die Zinsen um 1,25 Prozent senken werden. Kommen wir zu den wenigen Einzelmeldungen des letzten Handelstages. In den Schlagzeilen befindet sich unter anderem der Internetwert Priceline.com. Der Gründer des Unternehmens, Jay Walker, verlässt Priceline.

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