Verhaltener Ausblick
Post-Aktionäre erhalten deutlich höhere Dividende

Die Deutsche Post will auf Grund ihrer kräftigen Gewinnsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Für dieses Jahr geht der Konzern allerdings trotz kräftigem Umsatzplus weiter nicht von großen Zuwächsen beim operativen Gewinn aus, wie das Unternehmen am Montag in Bonn mitteilte.

Reuters BONN. Die Deutsche Post will auf Grund ihrer kräftigen Gewinnsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Für dieses Jahr geht der Konzern allerdings trotz kräftigem Umsatzplus weiter nicht von großen Zuwächsen beim operativen Gewinn aus, wie das Unternehmen am Montag in Bonn mitteilte.

Um 37 Prozent auf 37 Cents und damit stärker als bisher angenommen will die Post ihre Dividende für 2001 anheben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher hatte der Konzern die Ausschüttung von 25 bis 30 Prozent des Nettogewinns in Aussicht gestellt, woraus sich eine Dividende von bis zu rund 35 Cents hatte ableiten lassen. Die "Aktie Gelb" des ehemaligen Staatskonzerns notierte am Montagvormittag 0,24 Prozent niedriger bei 16,80 Euro.

Die Post bestätigte auch ihre bereits vorgelegten vorläufigen Konzernzahlen für 2001. Demnach steigerte das Unternehmen das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) um 7,3 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro und den Überschuss um 4,3 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Der Umsatz nahm um gut zwei Prozent auf 33,4 Mrd. Euro zu. Rund ein Drittel ihrer Erlöse erzielt die Post außerhalb Deutschlands.

DHL bringt Umsatzschub

Für das voraussichtliche operative Ergebnis dieses Jahres bekräftigte Post-Chef Klaus Zumwinkel seine verhaltene Prognose: "Für das Jahr 2002 erwarten wir eine Fortsetzung des Erfolgskurses für den Konzern, allerdings ist es eine Herausforderung, unser operatives Ergebnis erneut zu übertreffen." Zumwinkel hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass es 2002 "schwierig" werden dürfte, den Vorjahresgewinn zu überbieten.

Bei den Konzernerlösen peilt der Bonner Konzern dagegen unter anderem infolge von Sondereffekten ein deutliches Plus an. Durch die Vollkonsolidierung der Express-Tochter DHL International sowie durch organisches Wachstum werde mit einem Umsatzzuwachs von gut 20 Prozent auf über 41 Mrd. Euro gerechnet, hieß es. Die Post hält derzeit 51 Prozent an DHL International und will diesen Anteil bis zum Jahresende auf über 70 Prozent aufstocken.

Post-Chef Zumwinkel zeigte sich über die Geschäftsergebnisse 2001 sehr zufrieden und für die künftige Entwicklung insgesamt optimistisch. Er sei zuversichtlich, dass die Nutzung von Kosteneinsparpotenzialen sowie die strategische Aufstellung des Konzerns nachhaltig zu positiven Effekten führen würden. Auch wolle das Unternehmen durch neue Partnerschaften und gezielte Akquisitionen weiter wachsen, fügte der Vorstandschef hinzu. Er bleibe bei dem Ziel, die Post zum weltweit führenden Logistik-Dienstleister zu machen.

Briefgeschäft leicht unter Vorjahresniveau

Mit dem größten Geschäftszweig, der Briefzustellung, erzielte die Post 2001 einen Umsatz und Gewinn leicht unter Vorjahresniveau. Den Angaben zufolge beliefen sich hier die Erlöse auf 11,707 Mrd. Euro und das Ebita auf knapp 2 Mrd. Euro.

Damit sei der Umsatzanteil des Briefgeschäfts an den Konzernerlösen in Proportion zu den anderen Sparten Express, Logistik und Finanzen auf rund 34 Prozent gesunken. Langfristig will die Post ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Briefumsätzen und den Erlösen mit den anderen drei Konzernsparten erzielen.

Die Sparten Express und Logistik hätten dagegen ihre Umsätze im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro beziehungsweise 10,4 Prozent auf 9,2 Mrd. Euro ausgebaut, hieß es weiter. Das Express-Betriebsergebnis habe sich auf 176 Millionen Euro nach 76 Mill. Euro im Vorjahr deutlich mehr als verdoppelt. Mit der Logistik verdiente die Post operativ mit 159 Mill. Euro fast 41 Prozent mehr als 2000.

In der Konzernsparte Finanzdienstleistungen - also allen voran mit der Postbank - setze die Deutsche Post 2001 mit 7,6 Mrd. Euro fast fünf Prozent weniger um, wobei sich hier das gesunkene Zinsniveau bemerkbar gemacht habe, hieß es. Das Ebita der Finanzsparte kletterte dagegen um 3,4 Prozent auf 522 Mill. Euro.

Post-Chef schließt für 2002 zweiten Börsengang aus

Die Bundesregierung wird nach Ansicht von Post-Chef Klaus Zumwinkel in diesem Jahr keine weiteren Aktien des Unternehmens an die Börse bringen. "Derzeit Aktien zu verkaufen, wäre sehr, sehr schlecht bei den derzeitigen Kursen", sagte Zumwinkel am Montag in Bonn. Er gehe definitiv davon aus, dass es in diesem Jahr keinen zweiten Börsengang der Post geben werde.

Der Bund hält noch etwa 69 Prozent an der Deutschen Post und will diesen Anteil langfristig komplett privatisieren. Zumwinkel verwies darauf, dass der Bund auch Anteile bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) platzieren könne. Wie es zudem hieß, will die Post von ihren Aktionären die Genehmigung zum Rückkauf eigener Aktien einholen.

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