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Verhaltener Handelsstart erwartet

Es sah am Morgen an der Wall Street zunächst nach einem freundlichen ersten Handelstag aus. Doch eine halbe Srunde vor Handelsstart drehten die Futures ins Minus. Der Optimismus, dass die US-Notenbank in Kürze die lang ersehnte Zinssenkung beschließen werde, hatte die Eröffnungsindikatoren vorbörslich in die Gewinnzone getrieben. Doch nach wie vor gefragt sind vor Handelsbeginn vor allem die Werte des Telekommunikations- und Computersektors. Intel und AT&T treiben die Sektoren an.

Sie litten unter den Zinserhöhungen des vergangenen Jahres am stärksten. Nun sind sie die ersten, die vom Optimismus einer baldigen Zinssenkung profitieren dürften. Die Rede ist von Technologietiteln. Besonders dieser Sektor litt in den vergangenen Monaten unter höheren Kapitalbeschaffungskosten.



Technologieunternehmen zeigen sich durch hohe Investitionsvolumina sehr zinssensitiv. Die rückläufige Entwicklung der Konsumentenausgaben machte den Unternehmen das Leben zusätzlich schwer. Nachdem die Werte das vergangene Jahr mit hohen Kursverlusten beendeten, geht es nun wieder aufwärts. Durch sinkende Zinsen dürften Kreditkosten bald zurückgehen und das Wirtschaftwachstum der USA bald wieder in gesundem Masse wachsen.



So profitiert Intel vorbörslich nicht nur von der positiven Stimmung an der Wall Street sondern auch von der Kampfansage gegen die schleppende Nachfrageentwicklung auf dem Markt für Heimcomputer. Der weltgrößte Chiphersteller will der Marktentwicklung mit verstärkten Aktivitäten im Konsumbereich entgegenwirken. In dieser Woche will Intel auf einer Elektronikshow in Las Vegas zwei neue drahtlose Computersysteme vorstellen. Unter anderem soll auch ein digitaler Audio Player präsentiert werden, der für vier Stunden Musik speichern kann. Nachdem Intel das Jahr 2000 auf seinem 52-Wochentief beendete, dürfte die Aktie am Morgen wieder gefragt sein.



Ebenfalls belebend dürfte sich am Morgen die Unternehmensübernahme von Tycos International auf die Märkte auswirken. Der Mischkonzern hat die Übernahme des Energiebereichs von Lucent Technologies abgeschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 2,5 Milliarden Dollar. Der ehemalige Geschäftszweig von Lucent ist auf Produkte spezialisiert, die die Stromversorgung von Computern und Netzwerken sicherstellen. Lucent hatte bereits im Mai vergangenen Jahres den Verkauf des Bereiches angekündigt, da man sich verstärkt auf das schnellwachsende Glasfasergeschäft zu konzentrieren. Tyco hat das Elektronikgeschäft mit den Übernahmen von AMP und Raychem in den vergangenen drei Jahren ausgebaut.



Für Kursverluste dürfte am Morgen dagegen ein Kommentar von Robertson Stephens sorgen. Die Ausgaben für den Technologiebereich gingen starker zurück als ursprünglich erwartet. Die abkühlendne US-Wirtschaft und die rückläufige Zahl neuer Unternehmen schadeten dem Technologiesektor. Die Analysten reduzieren ihre Erwartung für EMC, Veritas Software und zehn andere Werte. Auch Network Appliance büßt vorbörslich an Wert ein. Grund ist hier unter anderem der angekündigte Aktienverkauf von Seiten der Geschäftsführung. CEO Daniel Warmenhoven und Finanzchef Jeffrey Allen planen jeweils 50.000 Aktien zu verkaufen. Executive Vice President David Hitz will 30.000 Aktien veräußern. Wahrlich kein gutes Zeichen für die Anleger, denn wer an den Erfolg des Unternehmens und weitere Kurssteigerungen glaubt, trennt sich nicht von seinen Unternehmensanteilen. Anleger dürften die geplanten Aktienverkäufe als Alarmsignal deuten und sich heute von einem Teil ihrer Applied Aktien trennen.

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