Verhaltensregeln zum Schutz vor Milzbrand-Erregern
"Nicht berühren, nicht einatmen, nicht kosten"

Nach zahlreichen Milzbrand-Fällen in den USA gibt es nun auch in Deutschland den ersten dringenden Verdacht auf einen Anthrax-Anschlag. Im Folgenden ein Überblick über Verhaltensregeln, mit denen die mögliche Gefahr durch Milzbrand-Erreger verringert werden kann.

afp BERLIN. Grundsätzlich sollten Empfänger verdächtiger Postsendungen laut Polizei nicht selbst "Detektiv" spielen. Bei einem begründeten Verdacht sollten umgehend Polizei oder Feuerwehr informiert werden. Vorsicht ist beispielsweise dann angebracht, wenn der Brief fühlbar etwas anderes enthält als normales Briefpapier, oder wenn auf dem Schreiben Sprüche wie "Der Dschihad hat begonnen" stehen. Zudem sollten die Personalien aller Menschen notiert werden, die mit dem verdächtigen Brief in Kontakt gekommen sind. Darüber hinaus rät die US-Bundespolizei FBI im Internet, auch auf Verfärbungen oder ölige Flecken auf dem Umschlag oder eine übermäßige Verwendung von Klebeband zu achten.

Verdächtige Sendungen sollten Experten zufolge möglichst nicht berührt und in keinem Fall geöffnet werden - um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden und um keine Fingerabdrücke für die Spurensicherung zu verwischen. "Nicht berühren, nicht einatmen, nicht kosten", rät der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Kurth. Auch das Riechen an den Sendungen sollte vermieden werden. Dadurch könnten nach Auskunft von Hans-Eberhard Stein von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie Staubteilchen eingeatmet werden, die Erreger enthalten. Zugleich warnen Experten vor Panik. Es sei völlig sinnlos, wenn Sekretärinnen etwa von morgens bis abends Gummihandschuhen und Gasmaske trügen.

Bei begründetem Verdacht muss der Milzbrand so früh wie möglich mit Antibiotika behandelt werden. Milzbrand ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die gewöhnlich die Haut, in seltenen Fällen aber auch die Atemwege, besonders die Lunge, und den Darm befällt. Beim Menschen tritt der so genannte Hautmilzbrand am häufigsten auf. Der Erreger kann über kleinste Verletzungen in der Haut aufgenommen werden; es entstehen Bläschen und bei weiterer Ausdehnung Geschwüre. Weitaus aggressiver und wegen scheinbarer Erkältungssymptome schwer zu erkennen ist der so genannte Lungenmilzbrand. Wie bei der dritten Form - dem eher seltenen Darmmilzbrand - ist eine frühzeitige Therapie besonders wichtig.

Für Informationen zu den Erregern, ihrer Symptomatik, den diagnostischen Möglichkeiten und den Therapien ist im Robert Koch-Institut eine zentrale Informationsstelle eingerichtet worden. Das Telefon 01888-754-3430 ist von Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr geschaltet.

Weitere Informationen im Internet unter "www.rki.de" und "www.fbi.gov".

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