Verhandlung über Anteilsübernahme durch Redaktion gescheitert
Gasprom hält an Kontrolle des Moskauer Echos fest

Der halbstaatliche russische Konzern Gasprom behält die Kontrolle über den Rundfunksender Moskauer Echo, der zum Media-Most-Konzern gehört.

afp MOSKAU. Die Verhandlungen über die Abtretung von 9,5 % der Gasprom-Anteile an die Redaktion des bisher unabhängigen Senders seien gescheitert, teilte der Direktor von Gasprom-Media, Alfred Koch, laut der Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch in Moskau mit. Mit knapp 52 % der Anteile bleibt Gasprom damit Mehrheitseigner vom Moskauer Echo, das zu dem Media-Most-Konzern des Unternehmers Wladimir Gussinski gehört. Die geplatzten Verhandlungen bestärkten Befürchtungen um die Unabhängigkeit vom Moskauer Echo. Dagegen betonte Koch, Gasprom-Media kontrolliere zwar formal die Mehrheit der Aktien, dies sei jedoch keineswegs ein Angriff auf die Pressefreiheit.

Anfang April hatte Gasprom nach wochenlangem Tauziehen die Kontrolle beim unabhängigen Fernsehsender NTW von Media-Most übernommen. Dessen Hauptgläubiger ist Gasprom. Gussinski werfen die russischen Behörden Unterschlagung in Millionenhöhe vor. Seine Anhänger und Anwälte sehen hinter den Ermittlungen eine Kampagne zur Einschüchterung kritischer Medien. Besonders die kritische NTW-Berichterstattung über den Tschetschenien-Krieg hatte den Kreml verärgert.

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