Verhandlungen beginnen am Montag
Spekulationen um Opel-Werk Bochum

Arbeitnehmervertreter haben Opel-Chef Carl-Peter Forster vor einer Kraftprobe um die geplante Sanierung des Autoherstellers gewarnt. Der Chef des Betriebsrats im Opel-Werk Bochum, Peter Jaszczyk, sagte am Freitag, die Stimmung in Bochum sei hochexplosiv. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, forderte den Opel-Vorstand erneut auf, auf betriebsbedingte Kündigungen sowie auf die Schließung eines Werkes zu verzichten.

ap BOCHUM/RÜSSELSHEIM. Nach Informationen aus dem Opel-Aufsichtsrat droht bundesweit der Abbau von rund 6 000 Arbeitsplätzen, sollten Forsters Sanierungspläne unverändert Realität werden. Bochum wäre mittelfristig mit dem Abbau von rund 3 500 Arbeitsplätzen besonders hart betroffen. Sollte eines der vier großen deutschen Opel-Werke geschlossen werden, droht bundesweit der Verlust einer deutlich höheren Zahl von Jobs.

Die Gespräche zwischen Management und Betriebsräten über die Umsetzung der Sanierungspläne sollen am Montag beginnen. Franz sagte im Hessischen Rundfunk, dabei gelte es, einen "großen Angriff auf übertarifliche Leistungen und Sozialleistungen" abzuwehren.

TKA signalisiert Interesse an Achsenfertigung

Unterdessen signalisierte der Automobilzulieferer Thyssen-Krupp-Automotive (TKA) nach einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) Interesse an einer Übernahme der Bochumer Achsenfertigung von Opel. Im Bochumer Werk stellen 800 Mitarbeiter jährlich zwei Millionen Achsen her. Laut WAZ droht zudem eine Verlagerung der Motoren- und Getriebefertigung aus Bochum in das österreichische Werk Aspern. Davon wären weitere 1 300 Mitarbeiter betroffen. Dieses Werk ist nach Angaben von Insidern derzeit nur zu knapp 70 % ausgelastet.

Jaszczyk sagte, er hoffe, dass das Opel-Management aus dem Konflikt um die Motoren- und Getriebefertigung Lehren gezogen habe. Es dürfe keine einseitigen Entscheidungen des Vorstands geben. Die Bochumer Opel-Arbeiter hatten im Sommer 2000 ihr Werk mehrere Tage lang lahm gelegt. Zuvor waren Befürchtungen laut geworden, es werde durch eine Kooperation mit Fiat im Motoren- und Getriebebau zum Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen kommen.

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