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Verhandlungen bei Karstadt-Quelle in kritischer Phase

Die Verhandlungen um die Sanierung des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt-Quelle befinden sich in einer kritischen Phase. "Ziel ist es, noch in dieser Woche zu einem Abschluss zu gelangen", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke.

dpa-afx NÜRNBERG/ESSEN. Die Verhandlungen um die Sanierung des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt-Quelle befinden sich in einer kritischen Phase. "Ziel ist es, noch in dieser Woche zu einem Abschluss zu gelangen", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke. Bei den Verhandlungen geht es nach dpa-Informationen um Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe bei den Arbeitnehmern.

Die Gespräche, die am Montag fortgesetzt wurden, seien "hart, aber mit partnerschaftlichem Ansatz", verlautete am Montag aus Arbeitnehmerkreisen in Essen. Sollte die Gewerkschaft einer Lösung zustimmen, könnte es eine Einigung geben, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließe.

'Zugeständnisse NUR AUF Kreditbasis'

Der stellvertretende Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Johann Rösch, vertrat vor den Gesprächen am Montag die Auffassung, Zugeständnisse der Beschäftigten könne es allenfalls auf Kreditbasis geben. Sobald sich die Lage des Unternehmens gebessert habe, müsse es die gestundeten Leistungen zurückzahlen, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter von ver.di Bayern.

Oberste Priorität habe aber die Sicherung der Arbeitsplätze, unterstrich Rösch. "Die Frage, wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, spielt eine ganz zentrale Rolle für uns", sagte er. Schließlich sei es schwierig, darüber zu verhandeln, welche Opfer die Beschäftigten erbringen sollen, "wenn noch nicht einmal die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze geklärt ist", sagte der ver.di- Vertreter.

Kapitalerhöhung

Gespräche über mögliche Opfer der Beschäftigten machten auch nur Sinn, wenn genau feststehe, mit welcher Kapitalerhöhung sich die Anteilseigner an der Karstadt-Quelle-Sanierung beteiligten. Von den Banken verlangte der ver.di-Vertreter "vernünftige Kredite über lange Zeiträume, damit das Unternehmen mit neuen Konzepten eine Chance hat". Die im MDax notierte Aktie der Karstadt-Quelle verlor bis zum Mittag 0,39 Prozent auf 12,77 Euro.

Karstadt-Quelle-Unternehmenssprecher Jörg Howe hatte die seit Tagen unter Hochdruck laufenden Verhandlungen zuvor als "konstruktiv" bezeichnet. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass bis zu einer für den Donnerstag angesetzten Aufsichtsratssitzung ein Ergebnis erzielt werden müsse. Nach Angaben einer ver.di-Sprecherin sollte am Montag zunächst über den Sanierungsbeitrag des bei Quelle zusammengeschlossenen Versandes verhandelt werden. An diesem Dienstag gehe es dann in Essen um den Warenhausbereich.

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