Verhandlungen laufen
Interessenten für Holzmanns Auslandsgeschäft

Der insolvente Baukonzern Philipp Holzmann AG führt nun auch Verhandlungen über den Verkauf eines Teils seines Auslandsgeschäfts.

Reuters FRANKFURT. Ein Sprecher des Baukonzerns sagte am Montag in Frankfurt, es gebe mehrere Interessenten für ausländische Aktivitäten von Holzmann. Mit den "ernsthaften Interessenten" liefen bereits Verhandlungen, fügte der Sprecher hinzu, ohne weitere Details zu nennen. Die Namen der interessierten Unternehmen seien vertraulich.

In mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es weiter, es würden Verhandlungen mit einem außereuropäischer Bieter geführt. Verhandlungsgegenstand seien die Auslandsaktivitäten der Holzmann (Philipp Holzmann International). Darunter fallen beispielsweise die Engagements in Südamerika, der arabischen Halbinseln, Südostasien und China. Der Geschäftsbereich hatte am Jahresende 2000 einen Auftragsbestand von 225 Millionen DM (rund 115 Millionen Euro) und im zurückliegenden Geschäft eine Bauleistung von 232 Millionen DM (rund 118 Millionen Euro).

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise, derzeit prüfe ein außereuropäischer Baukonzern die Übernahme der Holzmann-Aktivitäten im nicht-amerikanischen Ausland. Die so genannte Due Diligence, die abschließende, detaillierte Prüfung der einzelnen Unternehmensteile sei in der vergangenen Woche eingeleitet worden. Die Gespräche befinden sich den Angaben zufolge schon ein einem weit vorangeschrittenem Stadium, eine Einigung werde in den kommenden Wochen erwartet. Weitere Interessenten für das Auslandsgeschäft gebe es angeblich nicht, berichtete das Blatt.

In der vergangenen Woche hatte die niederländische Baufirma Heijmans Interesse an dem Inlandsgeschäft von Philipp Holzmann angemeldet. Heijmans führt nach eigenen Angaben vom vergangenen Montag Verhandlungen über die Übernahme von Holzmann-Aktivitäten und hofft, die Gespräche innerhalb der kommenden zwei Wochen abzuschließen. Die FAZ berichtete unter Berufung auf einen Heijmans-Sprecher weiter, es sei noch unklar, zu welchem Preis das niederländische Unternehmen die Hauptniederlassungen von Holzmann in Deutschland kaufen wolle. Heijmans sei aber nicht bereit, mehr als 100 Millionen Euro zu zahlen.

Falls es keine Einigung mit Heijmans gebe, gebe es weitere Interessenten aus Frankreich und den USA. Darunter sei auch die französische Bouygues-Gruppe. Eine Entscheidung über den Verkauf der Holzmann-Töchter HSG Technischer Service und J.A. Jones werde hingegen offenbar nicht in nächster Zeit fallen. Aus dem Umfeld von Bilfinger & Berger und Hochtief sei aber zu erfahren gewesen, dass in den kommenden Tagen mehrere Firmen mit der Due Diligence beginnen wollten, berichtete die Zeitung.

Holzmann hatte vor einem Monat auf Grund hoher Verluste im vergangenen Jahr einen Insolvenzantrag gestellt.

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