Verhandlungen mit AMD über Verkauf des Oregon Werkes
Fujitsu drosselt Chipproduktion

Nach Nec, Toshiba und Hitachi will auch Fujitsu seine Chip-Produktion für mindestens vier Wochen drosseln, was auf die stetig fallende Nachfrage nach Mobiltelefonen zurückzuführen ist. In den USA verhandelt Fujitsu momentan über den Verkauf ihres Werkes in Oregon an AMD.

rtr/vwd TOKIO. Angesichts der weltweit gesunkenen Nachfrage hat die japanische Fujitsu wie zuvor schon andere Halbleiterhersteller des Landes angekündigt, die Chip-Produktion während des Sommers zu drosseln. Fujitsu, der weltweit drittgrößte Hersteller von Flash Memory Chips, teilte am Montag mit, einen Teil der Fertigung solcher Chips mit geringer Kapazität zu stoppen, die vor allem in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen. Nach Angaben einer Sprecherin soll die Fertigung von Acht-Megabyte-Chips und Chips mit geringerer Speicherkraft für vier Wochen beginnend mit dem 14. August heruntergefahren werden. Die Handybranche ist eine der am stärksten von der wirtschaftlichen Abkühlung betroffenen Wirtschaftszweige. Die Preise für Flash Memory Chips waren zuletzt deutlich gesunken. Die Fujitsu-Aktie gab daraufhin nach.

Zuvor hatten bereits der größte japanische Chiphersteller Toshiba sowie Hitachi mitgeteilt, Produktionsdrosselungen während der Sommermonate zu planen. Bei der Nec Corp, dem zweitgrößten Chipproduzenten Japans, hieß es unterdessen, der Konzern erwäge, die Fertigung einiger Prozessoren und Flash Memory Chips für eine oder zwei Wochen herunterzufahren.

Monatsproduktion soll um zwei Drittel erhöht werden

Zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf die Gesamtproduktion wollte eine Fujitsu-Sprecherin nicht eingehen. Die japanischen Zeitung "Nihon Keizai Shimbun" hatte zuvor berichtet, die Produktionskürzungen würden bei Fujitsu zu einem Rückgang der Gesamtfertigung von Flash Memory Chips um etwa 20 bis 30% führen. An den Plänen, die Flash-Memory-Monatsproduktion bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres um zwei Drittel auf 30 Mill. Einheiten zu erhöhen, werde dagegen festgehalten, sagte die Sprecherin weiter. Eine neue Produktionsanlage werde im September wie geplant den Betrieb aufnehmen.

In den USA gibt Fujitsu die Herstellung von Mikrochips ganz auf. Sie befinde sich im Endstadium der Verhandlungen mit der Advanced Micro Devices Inc (AMD), Sunnyvale, über den Verkauf ihres Werks in Oregon an den US-Konkurrenten, so die Zeitung "Nihon Keizai". Nach der Veräußerung werde Fujitsu größere Anlagen zur Erzeugung von Chips nur noch in Japan besitzen. Der Schritt, den zuvor schon die Nec Corp, Tokio, gemacht hatte, sei ein weiterer Beleg für den Versuch der japanischen Chip-Hersteller, der schleppenden Nachfrage nach Halbleitern durch die Konzentration der Produktion auf das Inland zu begegnen.

Fujitsu-Aktien schlossen an der Tokioter Börse in einem schwachen Halbleiterumfeld mit einem Minus von 2,17% bei 1219 Yen. Toshiba gaben 1,64%, Hitachi 3,53% und Nec 1,66% ab.

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