Verhandlungen mit Beko: Grundig-Übernahme durch Sampo geplatzt

Verhandlungen mit Beko
Grundig-Übernahme durch Sampo geplatzt

Die Übernahme des stark angeschlagenen Elektronikherstellers Grundig durch den taiwanesischen Sampo-Konzern ist geplatzt. Die Vorstellungen lägen zu weit auseinander, teilte Grundig am Dienstag mit. Damit geht die Zitterpartie für das überschuldete Traditionsunternehmen weiter.

dpa/vwd NÜRNBERG. Dagegen seien Gespräche mit dem türkischen Beko-Konzern aufgenommen worden. Ziel sei die mehrheitliche Übernahme durch Beko. Am Dienstag sei dazu eine Absichterklärung unterzeichnet worden.

"Wir sind schon weit gekommen und hoffen in einigen Wochen zu einer guten Lösung zu gelangen", sagte Grundig-Sprecher Holm Kilbert. Der Unterhaltungselektronik-Hersteller Beko ElektronikAS (Istanbul) gehörte bereits vor Monaten zum engen Interessentenkreis für Grundig. Er strebt eine Präsenz im deutschen und europäischen Markt an. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Sampo hätten die Türken erneut Interesse gezeigt, zumal bei ihnen "interne Hinderungsgründe" inzwischen entfallen seien, sagte Kathrein. Zwischen Grundig und Beko besteht bereits seit November 2001 ein Vertrag, demzufolge Beko pro Jahr bis zu 500 000 Farbfernsehgeräte für Grundig liefert. Zudem wickelt Grundig bereits Service- und Garantiefragen für Beko in Europa ab. Beko ist an der Börse Istanbul notiert und befindet sich überwiegend im Besitz von Koc, einem der größten Familien- Firmenkonglomerate der Türkei.

Sampo-Chairman Felix Chen hatte nach einem Zeitungsbericht mit dem Scheitern der Übernahme gedroht, falls Grundig seine Finanzprobleme nicht löse. Neben der bislang wiederholt in Branchenkreisen genannten Übernahme der Pensionsverpflichtungen von rund 200 Millionen Euro fordert Sampo dem Zeitungsbericht zufolge weitere finanzielle Zugeständnisse. Demnach erwartet Sampo, dass auch die weitere Finanzierung der Betriebsmittel für Grundig gesichert werde. Sampo sei nicht bereit, für den von den Banken gewährten Umlaufmittel-Kredit über 45 Millionen Euro einzuspringen.

Darüber hinaus wird auch die Höhe der von Sampo zu übernehmenden Grundig-Anteile diskutiert. Ein Anfang Januar ausgehandelter Vertrag sah vor, dass Sampo für 95 Prozent an Grundig einen Kaufpreis von 100 Millionen Euro zahlen sollte. Der Sampo-Vorstand fordert laut dem Bericht eine Beteiligung von mindestens 75 Prozent an Grundig.

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