Verhandlungen mit Daewoo kurz vor Abschluss
Ford-Chef betont Unschuld in Reifenskandal

Der Vorsitzende des Ford-Konzerns hat die Unschuld seines Unternehmens in der Affäre um Reifenfehler betont. Der Reifenhersteller Bridgestone/ Firestone habe trotz Rückfragen entsprechende Informationen zurückgehalten.

hus DETROIT. Der Vorsitzende des Ford-Konzerns, Jacques Nasser, hat die Unschuld seines Unternehmens in der Affäre um Reifenfehler bei den Geländewagen vom Typ Explorer betont. Die Konzernspitze habe vor dem Hochkochen des Falls im Juli "absolut nichts" davon gewusst, sagte Nasser in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Reifenhersteller Bridgestone/Firestone habe trotz Rückfragen entsprechende Informationen zurückgehalten.

Die von der State-Farm-Versicherung gesammelten Unfalldaten, die an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet worden waren, hätten dem Konzern ebenfalls nicht zur Verfügung gestanden, sagte Nasser. Die Zahl der Schadensfälle sei im Vergleich zur Gesamtzahl aller Reifen so gering gewesen, dass sie dem Ford-Konzern nicht als bedeutend hätten auffallen können. Nasser forderte ein branchenweites Datenaustausch-System, in dem die Informationen allen beteiligten Unternehmen zugänglich sind.

6,5 Millionen Reifen werden derzeit ausgetauscht

In einer der größten Rückrufaktionen der US-Geschichte tauschen der Bridgestone/Firestone-Konzern und Ford derzeit 6,5 Millionen Reifen aus, nachdem es Hunderte von Unfällen mit insgesamt 87 Todesfällen gegeben hat. "Wir wollen nicht, dass so etwas noch einmal passiert", betonte Nasser.

Er vertrat die Ansicht, Ford sei trotz der derzeitigen Vertrauenskrise bei amerikanischen Autofahrern für den weltweiten Wettbewerb bestens gerüstet. Nach den Käufen der europäischen Marken Volvo und Land-Rover weite Ford seinen Umsatz in den profitablen oberen Segmenten des Automarktes erheblich aus. Gleichzeitig sei es gelungen, weniger profitable Bereiche abzustoßen und Überkapazitäten in vielen Ländern abzubauen.

Nasser hofft, dass die Verhandlungen über den Kauf des koreanischen Daewoo-Konzerns bis zum Ende dieses Monats abgeschlossen sein werden. In Europa plane er derzeit keine weiteren Kooperationen oder Übernahmen. Der stark zurückgegangene Absatz - in Europa ging der Marktanteil zurück - werde sich mit den neuen Modellen von Focus, Mondeo und später auch dem Kleinwagen Fiesta wieder verbessern, sagte Nasser.

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