Verhandlungen mit dem Betriebsrat
Bei Babcock-Borsig drohen erste Entlassungen

Nachdem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, stehen bis zum Jahresende mehr als 1 000 Stellen zur Disposition.

gil DÜSSELDORF. Die Beschäftigten der Babcock-Borsig AG müssen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit den ersten Kündigungen rechnen. Bis zum Jahresende sollen 1 100 Stellen wegfallen, davon 680 in Oberhausen, sagte Hannelore Elze, Vertreterin der IG Metall im Aufsichtsrat, dem Handelsblatt. Dies sei der Vorschlag des Vorstandes. 900 Beschäftigte sollen bereits jetzt freigestellt werden, da sie nicht mehr benötigt werden. Ein Babcock-Sprecher wollte sich nicht zu den Zahlen äußern. Die Gespräche mit dem Betriebsrat seien noch nicht abgeschlossen, sagte er.

Vorstand und Betriebsrat verhandeln seit mehreren Tagen über einen Interessenausgleich auf Konzernebene, der auch einen Sozialplan enthalten soll, sowie eine Transfergesellschaft, in der die Entlassenen erst einmal unterkommen sollen. Der Vorstand hat nach Elzes Worten aber noch kein schlüssiges Personalkonzept vorgelegt.

Das Amtsgericht Duisburg hat am Sonntag erwartungsgemäß das Insolvenzverfahren über die Oberhausener Babcock-Borsig AG eröffnet und den Krefelder Rechtsanwalt Helmut Schmitz zum Insolvenzverwalter bestellt. Er hatte dieses Amt nach dem Insolvenzantrag Anfang Juli bereits vorläufig ausgeübt. Das Gericht hat auf Schmitz? Antrag hin für 19 der 26 Insolvenzen in der AG eine Insolvenz in Eigenverwaltung beschlossen. Dies bedeutet, dass der Vorstand um Horst Piepenburg unter der Aufsicht des Insolvenzverwalters weiterarbeiten kann, da der Vorstand das Unternehmen besser kennt als ein außenstehender Verwalter.

Die Gläubiger können nun bis zum 4. November 2002 ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Verbindlichkeiten der AG belaufen sich auf 1,1 Mrd. Euro. Schmitz geht davon aus, dass zumindest eine Quote von 5 % für die Gläubiger gesichert ist, doch erwartet er, dass durch Verkäufe von Konzernunternehmen wesentlich mehr erzielt werden kann.

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