Verhandlungen mit der Hypo-Vereinsbank um Kreditlinie
Anteilseigner wollen Insolvenz der Kinokette Ufa verhindern

Die Anteilseigner der finanziell angeschlagenen Ufa GmbH-Filmtheater & Co. KG, Hamburg, wollen eine drohende Insolvenz der drittgrößten deutschen Kinokette vermeiden.

 

lip HAMBURG. Vor allem die beiden Fondsgesellschaften Apax und Pricoa, beide Frankfurt, die knapp 50 % an dem Kinobetreiber besitzen, bemühen sich kurzfristig um frisches Kapital bei der Hypo-Vereinsbank, München. "Wir stehen weiter in Verhandlungen mit der Hypo-Vereinsbank", sagte eine Sprecherin von Pricoa.

Auch der Konkurrent Cinemaxx will die Ufa-Gruppe nicht fallen lassen. Der börsennotierte Kinobetreiber, der knapp 10 % an der Ufa hält, wolle "an seiner Beteiligung festhalten", sagte ein Firmensprecher. Welchen Beitrag die Gesellschaft zur Rettung leisten will, wollte er aber nicht sagen. Von der Ufa-Krise blieb die Cinemaxx-Notierung unbelastet. Der Kurs legte gestern um fast 7 % auf 2,99 Euro zu.

Hintergrund ist, dass die Ufa-Gruppe mit ihren 42 Kinos möglicherweise demnächst vor dem Aus steht. Dem Unternehmen droht nach eigenen Angaben in den kommenden Monaten eine Finanzlücke von 3 Mill. bis 4,25 Mill. Euro. Verantwortlich hierfür sind das traditionell flaue Sommergeschäft sowie mögliche Gehaltssteigerungen für die mehr als 1000 Mitarbeiter. "Der gegenwärtige Finanzbedarf könnte sich erhöhen, wenn die anstehenden Tarifverhandlungen zu deutlichen Lohnsteigerungen führen", betont ein Ufa-Sprecher.

Die Hypo-Vereinsbank zeigt aber offenbar wenig Interesse, der Kinokette aus ihren Liquiditätsschwierigkeiten zu helfen, wie es in bankinternen Kreisen heißt. So sei das Finanzhaus nicht bereit, Fremdmittel zu gewähren. Die Bank wollte sich auf Anfrage hierzu nicht äußern.

Die Hypo-Vereinsbank hat als einzige Hausbank die seit mehr als zwei Jahren andauernde Sanierung der Ufa-Theater begleitet. Im Gegenzug löste die Kinokette durch Beteiligungsverkäufe alle Darlehen bei dem Münchener Finanzinstitut ab. Doch die Bank, die millionenschwere Ausfälle durch die Insolvenz des Kirch-Kerngeschäfts zu beklagen hat, gewährte dem Kinobetreiber keinen Kreditrahmen.

Apax und Pricoa seien hingegen nicht bereit, Eigenmittel nachzuschießen, um das millionenschwere Ufa-Engagement zu stützen, sagte eine Sprecherin von Pricoa. Der Grund: Die Gesellschaften wollen hierfür keinen neuen Fonds auflegen.

Die Ufa-Gruppe hatte den Verlust im vergangenen Jahr auf 0,25 Mill. Euro verringert. Für das Jahr 2000 hatte das Unternehmen noch einen Fehlbetrag von 12,5 Mill. Euro ausgewiesen.

Quelle: Handelsblatt

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