Verhandlungen mit E-Plus und O2
Mobilcom rechnet mit baldigem UMTS-Netz-Verkauf

Der Mobilfunkanbieter Mobilcom ist nach Angaben aus Unternehmenskreisen bei den Verhandlungen mit den beiden Konkurrenten E-Plus und O2 über den Verkauf seines UMTS-Netzes voran gekommen und rechnet in Kürze mit einem Abschluss.

Reuters HAMBURG. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus den Kreisen erfuhr, wird innerhalb der nächsten zwei Wochen mit einer Entscheidung gerechnet, wer von beiden den Zuschlag erhalten soll. Ein Unternehmenssprecher wollte die Angaben nicht kommentieren. Während KPN am gesamten bisher von Mobilcom aufgebauten Netz für den Mobilfunk der nächsten Generation interessiert ist, will O2 den Angaben aus den Kreisen zufolge nur Teile übernehmen. Mobilcom hatte mit finanzieller Hilfe von France Telecom für 8,4 Mrd. ? eine der sechs deutschen UMS-Lizenzen ersteigert, war dann im Streit mit seinem Großaktionär aber in Existenznot geraten. Im Gegenzug für die komplette Entschuldung durch France Telecom hatte Mobilcom zugesagt, sich aus seinen UMTS-Aktivitäten zurückzuziehen und die Anlagen zu verkaufen.

Konzernchef Thorsten Grenz hatte sich im März zuversichtlich geäußert, dass bis Mitte April entweder mit der Tochter des niederländischen Telekom-Konzerns KPN, E-Plus, oder dem kleineren Konkurrenten O2 ein Vertrag über den Verkauf des UMTS-Netzes abgeschlossen werden könne. Von beiden Konkurrenten lägen Offerten in der Preisspanne zwischen zehn und 30 Mill. ? vor, hatte Grenz gesagt.

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtete am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise, es liege bereits ein Vertragsentwurf mit E-Plus vor. Zurzeit gehe Großaktionär France Telecom die Vertragsunterlagen durch. Mit O2 werde zugleich aber weiter verhandelt. Unternehmenskreise sagten Reuters dazu: "Wir entscheiden uns für das bessere Angebot." Laut FTD soll die KPN-Offerte bei 20 Mill. ? liegen. Bei einem Abschluss fließen France Telecom 90 % des Verkaufserlöses zu.

Mobilcom hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass die Sanierung schneller als erwartet voranschreite und der von einem Bankenkonsortium bereit gestellte Rettungskredit von 162 Mill. ? nur 138,3 Mill. in Anspruch genommen werden sollten.

Ferner teilte Mobilcom mit, der seit Monaten erwartete Verkauf der Festnetzsparte an seine Internettochter Freenet sei jetzt vollzogen worden. Als Kaufpreis seien dabei 35 Mill. ? erzielt worden. Freenet investiert nach eigenen Angaben in den nächsten zwölf bis 18 Monaten 25 Mill. ? in den Netzausbau und erwartet im ersten vollen Geschäftsjahr 2004 nach der Übernahme einen Umsatz von mehr als 600 Mill. ? bei einem Betriebsergebnis von über 75 Mill. ?. Das entspräche einem Vielfachen des im vergangenen Jahr 2002 erzielten Umsatzes in Höhe von 42 Mill. ?.

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