Verhandlungen mit Gewerkschaften bislang ergebnislos
Lufthansa reagiert auf Krise mit Kündigungen und Kurzarbeit

Die Lufthansa will jetzt mit Kündigungen und Kurzarbeit die Krise nach den Anschlägen in den USA bewältigen. Nach dpa-Informationen sollen 2000 bis 4000 Menschen ihre Stelle verlieren. Wie der Vorstand den Mitarbeitern nach ergebnislosen Gesprächen mit den Gewerkschaften am Dienstag mitteilte, sollen in allen Geschäftsfeldern Beschäftigte in der sechsmonatigen Probezeit gekündigt werden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Davon sind allein 1000 Angestellte betroffen. Zudem sind betriebsbedingte Kündigungen vorgesehen. Für das Kabinenpersonal wird Kurzarbeit beantragt. Vorerst werden keine Nachwuchspiloten übernommen. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther rief die Gewerkschaften auf, zeitnah an einer sozialverträglicheren Lösung mitzuwirken. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die geplanten Kündigungen scharf.

Die Lufthansa verhandelt angesichts massiver Buchungsrückgänge seit vier Wochen ergebnislos mit ver.di und der Pilotenvereinigung Cockpit über ein Sparprogramm. "Es ist uns trotz intensiver Bemühungen bislang nicht gelungen, einen Beitrag der Mitarbeiter zur Personalkostensenkung zu vereinbaren, der Voraussetzung dafür wäre, von einschneidenden Maßnahmen wie einer Verringerung der Anzahl der Mitarbeiter abzusehen", heißt es in der Information an die Beschäftigten, die der dpa vorlag. Der Vorstand bedauerte die Kündigungen, da die Beschäftigten seiner Ansicht nach zu einem "vorübergehenden, sie nicht überfordernden Beitrag zur Bewältigung der Krise bereit wären." Die Lufthansa beschäftigt in Deutschland rund 55 000 Menschen.

Ver.di-Vorstandsmitglied Jan Kahmann warf der Lufthansa-Spitze vor, den Betriebsfrieden zu gefährden. Die Gewerkschaft sei nach wie vor überzeugt, dass das in den Verhandlungen von ihr angebotene Sparpaket über 165 Mill. DM für das Jahr 2002 alle Arbeitsplätze im Konzern sichern könne. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit. Cockpit-Sprecher Georg Fongern nannte die Kündigungspläne eine Belastung für die weiteren Verhandlungen. Ein für Dienstagabend geplantes Spitzengespräch mit dem Lufthansa-Vorstand sollte aber stattfinden.

Ver.di hatte der Lufthansa unter anderem angeboten, den bis Ende März laufenden Vergütungs-Tarifvertrag um ein halbes Jahr zu verlängern. Außerdem sollte die im Mai 2002 fällige Auszahlung der einen Hälfte des 13. Monatsgehalts aufgeschoben werden. Cockpit hatte angeboten, Anfang 2002 anstehende Gehaltsanhebungen auszusetzen. Die im Sommer mit mehreren Streiks erkämpfte neue Gehaltsstruktur stehe aber nicht zur Debatte. Der Lufthansa-Konzern schließt für 2001 einen Verlust nicht aus.

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