Verhandlungen mit Investoren dauern an - Rupf wird offenbar bald gehen
Finanzspritze noch in dieser Woche

Der Senat stellt noch in dieser Woche die zugesagte Finanzspritze für die angeschlagene Bankgesellschaft Berlin (BGB) zur Verfügung.

ddp BERLIN. "Wir werden in der Höhe unseres Anteils von 56,6 % unmittelbar nach der Hauptversammlung zeichnen und bis kommenden Freitag die baren Mittel einzahlen", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag. Damit würden zunächst 1,132 Mrd. ? bereit gestellt. Die Bankgesellschaft Berlin benötigt vor allem wegen fehlgeschlagener Immobiliengeschäfte rund zwei Mrd. ? (3,91 Mrd. DM) frisches Eigenkapital.

Wowereit forderte einen Tag vor der BGB-Hauptversammlung die anderen maßgeblichen Mitgesellschafter Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) und Parion-Versicherung auf, sich an der Kapitalzufuhr zu beteiligen. Sollten die Mitgesellschafter dies nicht tun, werde das Land Berlin die notwendige Kapitalerhöhung allein tragen, betonte er. Finanzsenatorin Christiane Krajewski (SPD) sagte, sie habe "Hinweise auf das Verhalten" von Nord/LB und Parion, fühle sich aber "nicht befugt", darüber Auskunft zu geben. Die Zeichnungsfrist endet am 27. September.

Krajewski machte deutlich, dass zur Hauptversammlung noch kein Investor präsentiert werden könne. Zwar sei aus dem Bereich der Sparkassenorganisation "grundsätzliches Interesse" bekundet worden, ein konkretes Angebot liege aber nicht vor. Die Nord/LB habe eine "interessenwahrende Offerte" vorgelegt, die jedoch konkretisiert werden müsse. Interesse habe auch der US-Investor Chris Flowers angemeldet. Er wolle bereits in der ersten Septemberhälfte sein Angebot einreichen. Darüber hinaus gebe es Anfragen speziell für den Immobilienbereich sowie einzelne Tochtergesellschaften. Die zunächst geplante stille Gesellschaft könne wegen der fehlenden Einigung mit der Nord/LB nicht auf den Weg gebracht werden, betonte Krajewski.

Das Investoren-Interesse zeige, dass die Bankgesellschaft eine Zukunftschance hat, sagte der Regierende Bürgermeister. Er betonte, dass die Verhandlungen nicht unter Zeitdruck stünden. Auf keinen Fall werde es eine "Filetierung" des Konzerns geben. Ziel sei es, den Sitz des Konzerns in Berlin zu erhalten und möglichst viele des derzeit mehr als 16 000 BGB-Arbeitsplätze zu erhalten. Außerdem solle das vom Land Berlin eingesetzte Kapital in "absehbarer Zeit" wieder in den Landeshaushalt zurückfließen. Zu einem möglichen Verkauf aller Landesanteile sagte Wowereit: "Wenn das Konzept stimmt, bin ich bereit, mich auch von der letzten Aktie zu trennen."

Zugleich kündigte Wowereit indirekt eine baldige Trennung von Konzernchef Wolfgang Rupf an. Rupf habe es nicht geschafft, die Bankgesellschaft zu sanieren und eine Kapitalerhöhung zu verhindern. Rupf habe selbst vorgeschlagen, zu einem "geeigneten Zeitpunkt" die Verantwortung an einen neuen Vorstandsvorsitzenden abzugeben, sagte der Regierungschef.

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