Verhandlungen mit Investoren gescheitert
Börsenmakler Schnigge droht Zahlungsunfähigkeit

Nach gescheiterten Verhandlungen über einen Einstieg von Investoren steht der Börsenmakler Schnigge vor der Zahlungsunfähigkeit.

Reuters DÜSSELDORF. Das Unternehmen habe die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit und seine Überschuldung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) angezeigt, teilte die Börsenmakler Schnigge AG am Donnerstag mit. "Der Vorstand sieht sich nicht in der Lage, anstehende Zahlungen zu leisten. Ferner muss unter Gesichtspunkten des Insolvenzrechts von einer Überschuldung im Konzern ausgegangen werden", hieß es. Für die Tochtergesellschaft Schnigge Beteiligungs AG werde der Vorstand unverzüglich Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Wegen einer Abschreibung auf eine insolvente Beteiligung und eines Fehlbetrags aus dem ersten Halbjahr 2002 hatte Schnigge Mitte August einen Verlust verzeichnet, der die Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft überschritt. Gemäß den gesetzlichen Vorschriften wurde für den 18. Dezember zu einer außerordentlichen Hauptversammlung eingeladen, auf der unter anderem zur Sanierung der Gesellschaft die Herabsetzung des Grundkapitals sowie anschließende eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage in Höhe von fünf Millionen Euro beschlossen werden sollte.

Die Aktionärsversammlung sei nun obsolet, da die Verhandlungen mit neuen Investoren, die die Kapitalerhöhung zeichnen sollten, gescheitert seien, teilte Schnigge mit. Mit dem Investor und den finanzierenden Banken der Schnigge Beteiligungs AG sei keine Übereinkunft über die Loslösung der Tochter und vor allem die Übernahme von Restrisiken erzielt worden. Daher seien die Verhandlungen abgebrochen worden.

Die finanzielle Schieflage führte Schnigge früheren Angaben zufolge auf die Insolvenz der Silicon Vision AG, einem Hersteller von Bildsensor-Chips, zurück. Diese Gesellschaft machte 38,7 Prozent des Portfolios der Schnigge Beteiligungs AG aus und stand Ende 2001 mit rund 3,6 Millionen Euro in den Büchern.

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