Verhandlungen mit PWC abgebrochen
Schwache Zahlen von Hewlett Packard enttäuschen die Anleger

Nur 41 Cent Gewinn pro Aktie hat der US-Computerkonzern erwirtschaftet. Analysten hatten mit 51 Cent gerechnet. HP-Chefin Carly Fiorina sagte, sie sei "sehr enttäuscht".

Reuters NEW YORK. Enttäuschende Quartalszahlen des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP) haben die Aktien des Unternehmens am Montag kräftig fallen lassen und Analysten zufolge einen allgemein negativen Trend bei Technologiewerten ausgelöst. HP hatte im vierten Quartal seines Geschäftsjahres den Gewinn zwar gesteigert, die Prognosen der Analysten aber deutlich verfehlt. Der Gewinn vor Sonderposten sei um 21 % auf 922 Mill. $ oder 41 Cents je Aktie gestiegen, hatte HP mitgeteilt. Analysten hatten indes mit 51 Cents gerechnet.

Als Gründe für die schwächer als erwarteten Zahlen nannte HP unter anderem Druck auf die Gewinnmargen, unerwartet hohe Ausgaben sowie Wechselkurseffekte. Der Konzern teilte zudem mit, die Gespräche über eine Übernahme eines Bereichs der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers seien abgebrochen worden.

Gewinn stieg im Geschäftsjahr um fünf Prozent

HP-Chefin Carly Fiorina sagte, sie sei "sehr enttäuscht" die Gewinnziele im Quartal verfehlt zu haben und übernehme dafür die volle Verantwortung. Im gesamten Geschäftsjahr 99/00 Geschäftsjahr erzielte der Konzern nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum um 15 % auf 48,78 Mrd. $ (110,73 Mrd. DM) und einen Überschuss von 3,7 (Vorjahr 3,5) Mrd. $. Der operative Gewinn stieg um fünf Prozent auf 3,89 Mrd. $. Für das Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende Oktober) rechnet HP mit einem Umsatzwachstum von 15 bis 17 %.

An der Wall Street sackte der Aktienkurs von HP rund 15 % auf 33 $ ab. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index büßte unterdessen bei unsicherer Grundstimmung rund fünf Prozent ein und unterschritt erstmals seit November 1999 die Marke von 3000 Punkten. Analysten werteten die enttäuschenden Zahlen des Unternehmens als negatives Signal für die Wachstumsraten der Computerkonzerne. "Hewlett-Packard's Verfehlen der Prognosen stellt sicherlich die Wachstumsraten bei Technologiewerten in Frage", sagte Arthur Hogan, Chefanalyst bei Jeffries & Co.

Beratungs-Sparte muss ohne Pricewaterhouse-Coopers wachsen

Hewlett Packard teilte ferner mit, die Verhandlungen über eine Übernahme der Consulting-Sparte der weltweit zweitgrößten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers seien abgebrochen worden. Im gegenwärtigen Marktumfeld hätten sich beide Unternehmen nicht in der Lage gesehen, eine befriedigende Vereinbarung zu erzielen, hieß es. Es bleibe aber bei der Strategie, den Consulting-Arm des Unternehmens auszubauen. "Wir sind weiterhin darauf ausgerichtet, unsere Fähigkeiten im Consulting aggressiv auszubauen, sowohl organisch als auch durch Zukäufe", sagte Fiorina. Im September hatte HP noch mitgeteilt, die Pricewaterhouse-Sparte für 17 bis 18 Mrd. $ übernehmen zu wollen.

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