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Verhandlungen ohne Ergebnis - Betriebsratschef: schwierige PhaseDPA-Datum: 2004-07-21 16:39:30

(dpa-AFX) Stuttgart - Im Streit um die Arbeitskosten bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > sind die Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat bis zum Mittwochnachmittag ohne Ergebnis geblieben. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte vor Beginn der Gespräche im ZDF gesagt, die Verhandlungen befänden sich in einer schwierigen Phase. Der Vorstand beharre auf jährlichen Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro. Die dafür verlangten Eingriffe in tariflich vereinbarte Zuschläge und Pausenregelungen werde der Betriebsrat aber nicht akzeptieren.

(dpa-AFX) Stuttgart - Im Streit um die Arbeitskosten bei Daimlerchrysler < DCX.ETR > sind die Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat bis zum Mittwochnachmittag ohne Ergebnis geblieben. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hatte vor Beginn der Gespräche im ZDF gesagt, die Verhandlungen befänden sich in einer schwierigen Phase. Der Vorstand beharre auf jährlichen Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro. Die dafür verlangten Eingriffe in tariflich vereinbarte Zuschläge und Pausenregelungen werde der Betriebsrat aber nicht akzeptieren.

Obwohl es zunächst keine Anzeichen für eine Annäherung gab, wurden auch wieder Signale für eine Einigung ausgesandt: "Sicher wird es eine Einigung geben, weil der jetzige Zustand nicht von Dauer sein kann", sagte etwa der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters der "Neuen Presse" in Hannover am Mittwoch.

Es wurde erwartet, dass die Verhandlungen in der Stuttgarter Konzernzentrale bis spät in den Abend dauerten. Ob es noch am Mittwoch zu einer Einigung komme, sei völlig ungewiss, hieß es im Betriebsrat. Am Dienstag war aus Verhandlungskreisen verlautet, beim Sparvolumen habe es bereits eine Annäherung gegeben. Allerdings sei weiter umstritten, wie die Einsparungen erreicht werden sollten. Aus Betriebsratskreisen hieß es, unabhängig von den jetzigen Verhandlungen bereite man sich auch auf auf weitere Protestaktionen der Belegschaft am Freitag vor. Am Mittwoch hatten sich in Sindelfingen rund 700 Mitarbeiter an einem Gabelstaplerkorso beteiligt.

Bei den schwierigen Verhandlungen zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat des Autokonzerins Daimlerchrysler gilt das "Acht- Augen-Prinzip": Für das Unternehmen sitzen die meiste Zeit Mercedes- Chef Jürgen Hubbert und Personalvorstand Günther Fleig am Konferenztisch, für die Arbeitnehmer Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm und der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Auch wenn in den vergangenen Tagen beide Seiten sich über die Medien mit teilweise harten Worten bekämpft haben, ist die Atmosphäre in einem Konferenzraum in der Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen nach Angaben aus Verhandlungskreisen konstruktiv.

Der Konzern will bei der Produktion neuer C-Klasse-Modelle von 2007 an in Sindelfingen jährlich 500 Millionen Euro Kosten einsparen. Andernfalls werde die Produktion nach Bremen und Südafrika verlagert. Dies würde 6000 der über 30 000 Arbeitsplätze in Sindelfingen kosten. Der Betriebsrat ist zu Einschnitten bereit, wenn der Vorstand für die betroffenen Mercedes-Werke eine Standortgarantie bis zum Jahr 2012 gibt.

Unabhängig vom Streit um die Arbeitskosten im Konzern werden offenbar weitere personelle Weichen gestellt. So soll Ex-Mitsubishi- Manager Ulrich Walker nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" neuer Chef der Daimlerchrysler-Kleinwagenmarke smart werden. Er folge auf Andreas Renschler, der als neuer Nutzfahrzeugchef in den Vorstand des Autokonzerns aufrücke, berichtete das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Geringe Chancen auf den Posten des smart-Chefs werden dem Bericht zufolge auch noch dem Leiter des Daimlerchrysler - Werks Untertürkheim, Volker Stauch, eingeräumt. Ein Konzernsprecher sagte, man kommentiere Personalspekulationen nicht.

Der bisherige Nutzfahrzeugchef Eckard Cordes soll nach ebenfalls unbestätigten Medienberichten an die Spitze der Mercedes Car Group rücken. Diese Aufgabe werde er bereits ab 1. Oktober antreten, berichtete das "Manager Magazin" (Hamburg) am Mittwoch. Es wird erwartet, dass der Aufsichtsrat von Daimlerchrysler am 29. Juli über die Personalien entscheiden wird.

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