Verhandlungen sind fortgeschritten
Scor will Gerling-Teile übernehmen

Der selbst zum Verkauf stehende Gerling-Konzern will den überwiegenden Teil seines Rückversicherungsgeschäfts an den französischen Rückversicherer Scor verkaufen.

Reuters PARIS. Die Verkaufsverhandlungen über das Leben-Rückversicherungsgeschäft und überwiegende Teile des Sach-Rückversicherungsgeschäfts seien bereits fortgeschritten, teilten Gerling und Scor am Mittwoch mit. Gerling erwarte den Abschluss der Verhandlungen vor der Erneuerungsrunde der Verträge im Herbst, sagte ein Unternehmenssprecher in Köln.

Ob die Teile des Sach-Rückversicherungsgeschäfts, über die nicht mit Scor verhandelt wird, bei Gerling verbleiben oder an einen anderen Käufer gehen sollen, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Nach Verlusten im Rückversicherungsgeschäft von 583 Millionen Euro im vergangenen Jahr sucht Gerling einen finanzstarken Partner für seine Rückversicherungstochter Gerling Globale sowie einen neuen Eigentümer für den Konzern.

Anfang Juni hatte Gerling-Vorstandschef Heinrich Focke noch betont, Gerling wolle bei der Partnerschaft im Rückversicherungsgeschäft über die unternehmerische Kontrolle verfügen, aber nicht unbedingt über die Kapitalmehrheit. Die Aktionärsfrage auf Konzernebene könne voraussichtlich erst geklärt werden, wenn ein Partner für die Gerling Globale gefunden sei, hatte es damals weiter geheißen.

Nach Angaben aus Branchenkreisen will Gerling vor allem die Kontrolle über das konzerninterne Rückversicherungsgeschäft nicht abgeben. Teile des internen Rückgeschäfts seien jedoch auch Gegenstand der Verhandlungen, sagte der Gerling-Sprecher. "Die Scor ist auch an wesentlichen Teilen des internen Rückversicherungsgeschäfts interessiert." Das interne Rückgeschäft macht nach Unternehmensangaben rund 15 % der gebuchten Bruttobeiträge von 5,85 Mrd. Euro im vergangenen Jahr aus. Damit ist die Gerling Globale der sechstgrößte Rückversicherer weltweit. Auf das Sach-Rückversicherungsgeschäft entfallen den Angaben zufolge rund 75 % des Geschäfts, auf das Leben-Rückversicherungsgeschäft rund 25 %.

An der Gerling-Gruppe ist die Deutsche Bank mit 34,5 % beteiligt, Rolf Gerling mit 65,5 %.

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