Verhandlungen stehen an
Mobilcom: Zahl der Kündigungen noch unklar

Der angeschlagene Mobilfunkanbieter wollte am Mittwoch zu diversen Medienspekulationen über die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze noch keine Stellung nehmen.

HB/ddp/dpa BÜDESLDORF/BERLIN. Die Zahl der bei der Büdelsdorfer Telefongesellschaft Mobilcom im Zuge einer Sanierung wegfallenden Arbeitsplätze steht offenbar noch nicht fest. Die aktuell kursierenden Zahlen, die angeblich aus Kreisen des Aufsichtsrates stammten, könnten nicht bestätigt werden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jörg Malter am Mittwoch auf Anfrage. Es sei nicht bekannt, wie sich die in Medien genannten Entlassungszahlen von 800 und 1 600 errechneten. Außerdem habe das Aufsichtsgremium kein Mandat, Beschlüsse über Personalzahlen zu fassen.

Die Geschäftsführung wolle den Betriebsrat am Mittwoch über das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung informieren, sagte Malter. Eine endgültige Entscheidung darüber, wie viele Mitarbeiter entlassen werden müssten, erwarte er aber nicht. Vielmehr stünden langwierige Verhandlungen an, da man um den Erhalt eines jeden Arbeitsplatzes kämpfe. Der Betriebsrat hoffe zudem auf Informationen, wie sich die Verhandlungen zum möglichen Verkauf der Festnetzsparte gestalten.

Unterdessen sagte der Vorstandsvorsitzende der Mobilcom-Tochter Freenet, Eckhard Spoerr, eine Entscheidung über den Verkauf des Festnetzgeschäfts der Mobilcom an Freenet werde zeitnah erfolgen. Die Entscheidung des Mobilcom-Aufsichtsrates sei in den nächsten Wochen zu erwarten, sagte Spoerr. Ein Personalabbau der in dem Bereich 400 bis 500 Beschäftigten sei dann nicht nötig. Dass die 3U Telecom AG ein Angebot zur Übernahme der Festnetzaktivitäten unterbreitet hat, wertete Spoerr als "Versuch, sich ins Gespräch zu bringen". Freenet führe das Festnetzgeschäft operativ bereits seit Februar dieses Jahres und wäre über ein entsprechendes Angebot informiert. "Ich habe von 3U vor drei Monaten ein Schreiben auf dem Tisch gehabt, dieses aber ignoriert", sagte Spoerr.

Das Bundesfinanzministerium hat keine Zweifel daran, dass die EU-Kommission die Rettungssoforthilfe in Höhe von 50 Millionen Euro für Mobilcom genehmigen wird. Das Ministerium werde voraussichtlich im Verlauf des Mittwoch die 50 Millionen als Rettungssoforthilfe bei der EU-Kommission notifizieren, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. "Wir gehen davon aus, weil es in vergleichbaren Fällen bei Soforthilfen immer so gelaufen ist, dass die Kommission umgehend reagieren und die Hilfe genehmigen wird", sagte der Sprecher.

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