Verhandlungen stocken
Selbst Sat1 werden Fußballrechte zu teuer

Für die Fußball-Bundesligisten spitzen sich die Probleme infolge der KirchMedia-Pleite weiter dramatisch zu. Auch der derzeitige Bundesliga-Sender SAT.1 will nun offensichtlich nicht mehr so viel Geld für die TV-Rechte zahlen wie bisher.

 HANNOVER. SAT.1-Sprecherin Kristina Faßler sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zu den bevorstehenden Verhandlungen mit dem insolventen Rechteinhaber KirchMedia: "Wir haben großes Interesse, dass wir auch nächstes Jahr Fußball zeigen, es muss aber wirtschaftlich sinnvoll sein." Mit Fußball hat SAT.1 - wie andere Sender auch - bisher nur rote Zahlen geschrieben. Nach dpa-Informationen kosteten die Free-TV-Rechte der laufenden Saison rund 125 Millionen Euro. Die Insolvenz der KirchMedia hat den scheinbaren Automatismus beendet, dass die Bundesliga-Erstrechte für das so genannte Free-TV von der KirchMedia hausintern an SAT.1 gehen. "Wir haben die gleichen Chancen wie andere auch", sagte Faßler. Die Konkurrenz, die durch die KirchMedia-Pleite bessere Chancen besitzt, hielt sich bisher aber zurück. Alle in Frage kommenden Sender sprechen stattdessen mehr oder weniger deutlich von völlig überhöhten Preisen für die Bundesliga. Zuvor hatte schon Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler mehrfach deutlich gemacht, dass die Pay-TV-Rechte neu verhandelt werden müssten. Vorgespräche über einen Preisnachlass hat es nach dpa-Informationen bereits gegeben. Inzwischen scheint ausgeschlossen, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die bis 2004 noch ausstehenden 900 Millionen Euro erhält. Schon die Zahlung der nächsten Rate von 100 Millionen Euro, die am 15. Mai fällig wird, ist stark gefährdet. Faßler dementierte einen Bericht der "Berliner Zeitung", wonach "ran" vor dem Aus stehe und bekräftigte das "große Interesse" an der Fußball-Bundesliga. Sie bestätigte jedoch, dass "man selbst bei einem starken Werbemarkt die Bundesliga nicht refinanzieren kann" und ein neuer Vertrag verhandelt werden müsse. Der Werbemarkt ist in den vergangenen beiden Jahren jedoch drastisch eingebrochen. Und SAT.1 hat im vorigen Jahr ein Minus von 77 Millionen Euro gemacht. Wer auch immer die TV-Rechte an der Bundesliga derzeit erwerben will, muss gleich doppelt verhandeln. Zum einen mit den neu eingesetzten Geschäftsführern der insolventen KirchMedia und zum anderen mit der DFL. KirchMedia-Geschäftsführer Wolfgang van Betteray hatte die DFL autorisiert, Gespräche mit möglichen Interessenten zu führen. Erste Sondierungsgespräche blieben offenbar ohne Ergebnis. Die ProSiebenSAT.1 AG, zu der SAT.1 gehört, wartet noch ab. Nach Angaben des ProSiebenSAT.1-Sprechers Torsten Rossmann sind weder mit KirchMedia noch mit der DFL Gespräche über die Bundesliga geführt worden.

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