Verhandlungen über Verkauf des Europa-Geschäfts
March First beantragt Gläubigerschutz

su NEW YORK. Die Internet March First Inc. -Beratungsfirma hat bei einem Konkursgericht Gläubigerschutz für ihre US-Geschäfte beantragt. Der Schutz nach Chapter 11 des US-Konkursrechts bezieht jedoch nicht die europäischen Geschäfte des Unternehmens aus Chicago ein. March First bemüht sich derzeit intensiv, diesen Geschäftsbereich zu verkaufen.

Der Gläubigerschutz in den USA soll der Agentur Zeit geben, auch die Vermögenswerte dort zu liquidieren, heißt es in einer Stellungnahme von March First an die US-Börsenaufsicht SEC. In dem Bericht gab March First die Vermögenswerte zum 31. Dezember 2000 mit 789,3 Mill. $ und die Verbindlichkeiten mit 427,5 Mill. $ an. Die jüngsten Verkäufe bis kurz vor dem Antrag auf Gläubigerschutz - darunter die US-Agentur McKinney & Silver, die an die Pariser Havas Advertising ging - hätten 13,6 Mill. $ eingebracht. In der vergangenen Woche hatte March First einen großen Teil der Agentur Whittman-Hart für 6,3 Mill. $ an den Software Divine Inc. -Berater verkauft. "Es ist unwahrscheinlich, dass Gewinne zur Verteilung an die Aktionäre" übrig bleiben, heißt es weiter.

Im vergangenen Jahr waren bereits einige Umstrukturierungsversuche zur Rettung des Beratungsunternehmens gescheitert. Entlassungen und Verkäufe hatten nicht geholfen. Wann das Unternehmen einen neuen Umstrukturierungsplan vorlegen könne, wollte President Steve Pollema nicht sagen. "Wir arbeiten derzeit an einigen Projekten, die einen solchen Plan beeinflussen können", sagte er. Die größten der mehr als 1 000 Gläubiger sind die Investmentbank Credit Suisse First Boston mit ungesicherten Krediten in Höhe von 10,6 Mill. $ und der Softwarekonzern Microsoft Corp. mit 12 Mill. $.

March First war am 1. März 2000 aus der Fusion der Whittman Inc. -Hart mit der USWeb/CKS Inc. aus San Francisco für 7,1 Mrd. $ in Aktien entstanden. Damals hatte das Unternehmen einen Börsenwert von 12 Mrd. $. Kurz darauf begann der Einbruch der Technologiewerte. March First verlor Kunden, blieb auf Rechnungen sitzen, musste gleichzeitig hohe Kosten für Werbung und langfristige Kredite aufbringen. Firmenchef Bob Bernard sagte, sein Fehler sei gewesen, das Unternehmen zu schnell auszubauen - in vier Jahren mit 45 Übernahmen. March First habe keine einheitliche Unternehmenskultur gehabt.

Einen Jahresabschluss für 2000 werde es nicht geben, gab March First jetzt bekannt. Die Aktie, die im März 2000 rund 40 $ kostete, wurde zuletzt für 31 Cents gehandelt. Bevor der Handel am vergangenen Donnerstag ausgesetzt wurde, lag die Marktkapitalisierung gerade noch bei 48 Mill. $.

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