Verhandlungen über Waffenstillstand am Wochenende gescheitert.
Außenminister Iwanow will im Kosovo-Konflikt vermitteln

Der russische Außenminister Igor Iwanow will offenbar im Konflikt zwischen Albanern und Serben im südserbischen Presevo-Tal vermitteln.

Reuters MOSKAU. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete am Montag, Iwanow werde am nächsten Sonntag zu einer dreitägigen Balkan-Reise aufbrechen, um die Möglichkeiten einer russischen Hilfe zum Spannungsabbau in der Grenzregion zwischen dem Kosovo und Mazedonien zu sondieren. Iwanow wolle in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad, in der südserbischen Provinz Kosovo sowie in Mazedonien Station machen.

Russland hatte besorgt auf den jüngsten Ausbruch von Kämpfen zwischen albanischen Rebellen und serbischen Sicherheitskräften reagiert, um deren Eindämmung sich derzeit die Nato bemüht. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte erst kürzlich die Gefahren einer Eskalation auf dem Balkan mit der Situation im Kaukasus verglichen, wo russische Truppen seit Jahren Krieg gegen tschetschenische Rebellen führen. Die russische Regierung spricht im Tschetschenien-Konflikt von einer Bekämpfung des "internationalen Terrorismus", während die Rebellen erklären, für die Unabhängigkeit von Russland zu kämpfen.

Durch einen Teil des Presevo-Tals zieht sich eine Pufferzone, die von der Nato nach dem Ende des Kosovo-Kriegs 1999 zum Schutz der mehrheitlich albanischen Bevölkerung des Kosovo eingerichtet worden war. Die albanische Minderheit im benachbarten Serbien hatte im vergangenen Jahr die fünf Kilometer breite Zone genutzt, um eine rund 800 Mann starke Untergrundarmee aufzubauen, die auch Angriffe auf serbische Polizisten verübt hat.

Allgemein wächst die Sorge, der Konflikt zwischen albanischen Extremisten und serbischen Sicherheitskräften, der sich in den vergangenen Wochen bis nach Mazedonien ausgeweitet hatte, könne weiter eskalieren. Deshalb hatte die Nato in der vergangenen Woche beschlossen, die an Mazedonien angegrenzende entmilitarisierte Sicherheitszone für Grenztruppen der jugoslawischen Armee zu öffnen. Bislang war es nur leicht bewaffneten serbischen Polizisten erlaubt, dort zu patrouillieren. Verhandlungen der Nato mit den Konfliktparteien über ein Waffenstillstandsabkommen waren am Wochenende am Widerstand der Albaner gescheitert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%