Verhandlungspartner nähern sich an
Bewegung beim Verkauf von Gerling NCM

Rolf Gerling, die Schweizer Rück (Swiss Re) und die Deutsche Bank haben sich weitgehend auf ein Modell zur Übernahme des Kreditversicherers Gerling NCM durch Swiss Re verständigt. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Deutschen Bank.

lip DÜSSELDORF. In die Verhandlungen über den Verkauf des Kreditversicherers des angeschlagenen Gerling-Konzerns ist wieder Bewegung gekommen. Rolf Gerling, die Schweizer Rück (Swiss Re) und die Deutsche Bank haben sich weitgehend auf ein Modell zur Übernahme des Kreditversicherers Gerling NCM durch Swiss Re verständigt, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Deutschen Bank. Entsprechende Vertragsentwürfe würden von der Frankfurter Großbank geprüft. Die Deutsche Bank wollte dies nicht bestätigten und erklärte, dass zwischen allen Beteiligten weiterhin Gespräche stattfänden. Auch Gerling sowie Swiss Re lehnten eine Stellungnahme ab.

Knackpunkt der seit Monaten laufenden Gespräche ist die Bewertung von Gerling NCM. In dieser Frage hatte die Deutsche Bank den Verkaufsprozess zeitweise blockiert, sich nun aber dem Vernehmen nach bewegt und eine höhere Bewertung des Kreditversicherers akzeptiert. Derzeit gehört Gerling NCM zu 55,9 % der Gerling zu 25 % der Swiss Re und zu 19,1 % einer Investorengruppe, zu der offenbar die Deutsche Bank zählt. Gerling-NCM rangiert mit 1,35 Mrd. Euro Umsatz (2002) auf dem Weltmarkt der Kreditversicherer an zweiter Stelle hinter der Allianz-Tochter Euler/Hermes.

Nach dem nun zur Diskussion stehenden Modell soll die Deutsche Bank rund ein Viertel der Anteile an Gerling-NCM übernehmen. Die Schweizer Rück würde in einem ersten Schritt zunächst ihren Anteil auf knapp die Hälfte der Aktien aufstocken. Ferner ist geplant, dass ein Treuhänder rund 7 % der Anteile bekommt; diese Tranche dient dazu, die Pensionsverpflichtungen des Kreditversicherers zu bedecken. Die Investorengruppe behielte ihre Anteile. Die Gerling-Holding hätte nach diesem Modell keine Aktien an dem Kreditversicherer mehr.

In einem zweiten Schritt will sich der Schweizer Rückversicherer weitere Anteile sichern und insgesamt rund 75 % an dem Gerling-NCM halten. Wann diese Anteilserhöhung erfolgen soll, ist noch unklar. Sie dürfte aber nicht mehr in diesem Jahr stattfinden, hieß es. Dabei wollen die Schweizer die Anteile der Investorengruppe und des Treuhänders übernehmen.

Der Verkauf der Gerling-Anteile an dem Kreditversicherer erfolgt voraussichtlich in zwei Teilen: Danach bezahlen Swiss Re sowie die Deutsche Bank ihre Anteile an dem Kreditversicherer teilweise in bar sowie durch die Übernahme von vorhandenen Verbindlichkeiten. Über die Höhe der Barkomponente gibt es keine genauen Angaben. In Finanzkreisen wird aber von einem hohen zweistelligen Millionen-Euro- Betrag ausgegangen.

Der Gerling-Konzern braucht das Geld aus dem NCM-Deal, um die Liquidität für seinen angeschlagenen Rückversicherer zu sichern. Dieser hatte durch Millionenverluste die Probleme des Konzerns ausgelöst. Wenn der Finanzplan für den nun abzuwickelnden Rückversicherer steht, steigen die Chancen, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht dem Verkauf der Rück-Tochter zustimmt. Ist Gerling dann endgültig seinen problembeladenen Rückversicherer los, dürfte auch der Rest des Gerling-Konzerns einfacher einen neuen Eigentümer finden. Seit anderthalb Jahren versuchen schon die Gerling-Eigner, Rolf Gerling (64,5 %) und die Deutsche Bank (34,5 %), einen neuen Großaktionär für den Versicherungskonzern zu finden.

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